"Wir lassen uns nicht vor einen Karren spannen": Skatehallen-Betreiber weist FDP-Vorwurf zurück

Trier · In einem offenen Brief hat Axel Reichertz, Leiter von Projekt X, das die Skatehalle in der Aachener Straße in Trier betreibt, den Vorwurf der FDP Trier energisch zurückgewiesen, die Halle sei ein "Anlauf- und Rückzugsort für Extremisten". Man lasse sich von keiner politischen Organisation vor den Karren spannen.

 Die Skatehalle in der Aachener Straße. TV-Foto: Archiv/Mechthild Schneiders

Die Skatehalle in der Aachener Straße. TV-Foto: Archiv/Mechthild Schneiders

Das Projekt X hatte den Betrieb der Skatehalle am Sonntag aus Protest gegen Vorwürfe der FDP Trier, die Halle sei ein "Anlauf- und Rückzugsort für Extremisten", geschlossen.

Anlass war ein im Internet heftig diskutierter "offener Brief", in dem die FDP Trier und ihre Stadtratsfraktion das Projekt X auffordert, sich "öffentlich und in aller Deutlichkeit von extremistischen Ideen und Gruppierungen" zu distanzieren. Damit spielten die Liberalen unter anderem auf einen Projekt-X-Infoabend an, an dem auch Mitglieder der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ, Jugendorganisation der Deutschen Kommunistischen Partei) und der Autonomen Antifa - jeweils vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft - teilgenommen hätten.

Dokumentation


Wir dokumentieren den offenen Brief in voller Länge:
"Es war naiv von uns zu glauben, unser Projekt-X könne aus (partei-) politischen Auseinandersetzungen herausgehalten werden. Wir gingen davon aus, dass alleine das Engagement für die Sache und gute Argumente genügen, um Menschen - egal, was sie politisch sonst denken - zu überzeugen und für Unterstützung zu gewinnen.

Bei denen, die uns unterstützen wollen führen wir ebensowenig Gesinnungsüberprüfungen durch, wie bei den Jugendlichen, die dem Projekt-X aktiv mitmachen. Das würde unserem Grundverständnis widersprechen und es würde uns auch überfordern.

Den Brief der FDP nehmen wir jedoch zum Anlass festzustellen, dass wir uns von KEINEM politischen Karren spannen lassen, das dies ALLE Organisationen betrifft, versteht sich von selbst. Dass die FDP es in ihrem Brief eine Nähe des Projektes X zur SDAJ suggeriert, betrachten wir als ungeheuerliche Unterstellung, mit dem unsere Engagement offenbar in den Dreck gezogen werden soll. Diesen Versuch weisen wir zurück und stellen gleichzeitig klar, dass wir uns auch von demokratischen Parteien nicht erpressen lassen.

Wir weisen darauf hin, dass die vorübergehende Schließung der Skatehalle alleine darin begründet ist, dass wir in den kommenden Wochen insbesondere die Konzeption des zukünftigen Betriebs intensiv klären müssen.
Axel Reichertz"

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