"Wir müssen sparen"

TRIER. Andere setzen auf einen Neujahrsempfang, Bischof Reinhard Marx zieht den Empfang an Silvester vor. Damit führt Marx die Tradition seines Vorgängers, Hermann-Josef Spital, fort, am Silvester-Morgen in den Bischofshof einzuladen.

Gut aufgelegt beendete der Trierer Bischof Reinhard Marx das alte Jahr bei dem traditionellen Silvesterempfang für die leitenden Mitarbeiter der kirchlichen Dienststellen, des Generalvikariats, des Domkapitels sowie Vertreter der Diözesan-Räte. Aber auch mahnende Worte und Sorgen formulierte das Oberhaupt der Trierer Kirche, sprach den Irak-Krieg und die vielen anderen Konflikt-Herde auf der Welt an.Durch Gewalt ließen sich weder Probleme lösen noch Frieden stiften, betonte Marx. Er wandte sich ausdrücklich gegen "Jammern und Resignation", ermunterte dazu, den Dingen die positiven Aspekte abzugewinnen. Allerdings: Mit den guten Vorsätzen für das neue Jahr sollte man sparsam sein, empfahl Marx, dafür lieber die vielleicht weniger getroffenen Vorsätze ernsthaft verfolgen und einhalten.Hauptanliegen Ökumene

Mit ein Hauptanliegen des Bischofs ist die Ökumene. Marx warnte vor einer "Ökumene der Oberflächlichkeit". Auch eine "Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners" sei keinesfalls erstrebenswert. "Nicht schlecht reden" ließe er sich im Nachhinein den ökumenischen Kirchentag in Berlin ("Die Folgen waren nicht nur erfreulich für mich"), den er an jedem Tag besucht habe. An der Zielvorgabe müsse festgehalten werden, und man dürfe sich von dem eingeschlagenen Weg nicht abbringen lassen. Es gelte, die Ökumene "geistlich zu vertiefen", lautete Marx' Botschaft. Einige Gemeinden seien "sehr gut drauf" und auch sehr interessiert, was Ökumene betreffe. Anderen Konfessionen und deren Traditionen müsse mit Respekt begegnet werden. Sein Einwand: Für "interreligiöse Gottesdienste" sei die Zeit noch nicht reif. 2004 wolle er die Synagoge besuchen.Weihbischof Leo Schwarz für Trier zuständig

Begrüßt wurde vom Bischof die Ernennung der neuen Weihbischöfe, die "frisch an die Arbeit gehen können". Geplant sei, die Dechanten durch die Weihbischöfe regelmäßig zusammenzuholen, damit die Anliegen vor Ort "an das Ohr und das Herz des Bischofs dringen können".Laut Marx soll Robert Brahm für den Visitationsbezirk Saarbrücken zuständig sein, Jörg Peters für Koblenz und Weihbischof Leo Schwarz für Trier."Wir können keine Schulden machen wie der Staat", sagte Marx mit Blick auf den Bistumshaushalt 2004, sondern "wir müssen sparen". 30 Millionen Euro seien avisiert bei einem Gesamtetat von 300 Millionen Euro. Beim Sparen gebe es "auf der Hand liegende Prioritäten", so Marx, ohne näher auf Einzelheiten einzugehen.Pastorale Impulse verspricht sich Marx vom Bistumsfest und den Heilig-Rock-Tagen (23. April bis 2. Mai). 2004 ist das Jahr des silbernen Priesterjubiläums des Bischofs. Gemeinsam mit den Seelsorgern und Seelsorgerinnen aus dem Bistum will Marx das Fest am 2. Juni begehen.

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