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"Wir sind Handwerker, wir können das"

"Wir sind Handwerker, wir können das"

Werbung in eigener Sache: Die macht die Kreishandwerkerschaft seit 2009 mit ihrer Kampagne "Das Handwerk - Die Wirtschaftsmacht von nebenan". Werbung und Kampagnen standen auch beim Jahresempfang im Mittelpunkt. Nicht nur beim Vortrag von Soziologe und Uni-Präsident Michael Jäckel, sondern auch bei der Verleihung von goldenen Ehrennadeln.

Trier. "Wir sind Handwerker. Wir können das." Oder: "Ich backe keine Brötchen, ich arbeite an einem perfekten Morgen." Das sind Slogans der Kampagne, mit der die Kreishandwerkerschaft (KHS) Trier-Saarburg Image-Kosmetik für das Handwerk betreibt. Ob die Werbebotschaft ankommt, das konnte auch der Trierer Uni-Präsident und Soziologie-Professor Michael Jäckel nicht beantworten. Gleichwohl zeigte er in seinem Gastvortrag, wie sich Werbung im Lauf der Jahrzehnte verändert hat und wie wichtig das Spiel mit der Sprache ist. Ein Gradmesser für die erfolgreiche Reklame kann aber ein Positivtrend sein, den Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt für dieses Jahr verkündete: "Das Handwerk ist insgesamt auf einem guten Kurs. Mit einem leichten Umsatzplus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal können wir auf ein positives Jahr zurückblicken. Ebenfalls kann ein positiver Ausbildungstrend im Handwerk verzeichnet werden." Auch wenn 2014 in Rheinland-Pfalz "so wenig junge Leute eine Berufsausbildung gemacht haben wie seit 20 Jahren nicht mehr".
Dass dabei auch die Politik eine wichtige Rolle spielt, untermauerte Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe mit seiner Teilnahme am Jahresempfang. "Das Handwerk ist für mich ein kompetenter Ansprechpartner", sagte der Stadtchef. Außerdem stünde das Handwerk den Kommunen in der Region zur Seite, die großen Herausforderungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen gegenüberstünden. Auch zu diesem Bereich passt der Slogan "Wir sind Handwerker. Wir können das". Denn Tschickardt sagte: "Unser Beitrag kann vor allem Integration durch Ausbildung und Arbeit sein. Gerade wegen des Fachkräftemangels im Handwerk sehen wir hier eine große Chance für alle Beteiligten." Gleichzeitig forderte er "klare Strategien der Politik", "schnellere Verfahren, Sprachbarrieren abbauen, raschere Integration in Arbeit und Gesellschaft".Extra

Für besondere Verdienste verleiht die Kreishandwerkerschaft (KHS) Trier-Saarburg Ehrennadeln. Goldene Exemplare haben beim Jahresempfang fünf Menschen erhalten. Alfred Lellinger (Diplom-Ingenieur) ist seit 1982 im Vorstand der KHS. Er war von 1997 bis 2011 im Meisterprüfungsausschuss, ist stellvertretender Obermeister, Delegierter der KHS und Delegierter zum Baugewerbeverband. Reinhold Mainitz (Studiendirektor a. D.) hatte eine Ausbildung zum Bäcker begonnen. Den Beruf musste er aber nach zwei Jahren als Geselle aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Er legte das Abitur in der Abendschule ab und absolvierte ein Studium auf Lehramt. Er war von 1981 bis 2006 Abteilungsleiter Nahrungsmittel, Gaststätten und Textil an der Berufsbildenden Schule EHS, ist seit 2009 beratendes Vorstandsmitglied der KHS. Mainitz war von 1982 bis 1994 ordentliches Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss Bäcker und ist seit 1985 Mitglied im Meisterprüfungsausschuss. Michael Hoffmann (Schornsteinfegermeister) war KHS-Vorstandsmitglied (1991 bis 2012), stellvertretender Obermeister (2009 bis 2012) und arbeitet bis heute im Prüfstand der Schornsteinfeger mit. Georg Lindner (Schornsteinfegermeister) war von 1995 bis 2012 KHS-Vorstandsmitglied und ist als Technischer Innungswart (seit 1995) aktiv, obwohl er 2008 in Rente gegangen ist. Er erhält in Schulungen Kenntnisse von technischen Neuerungen, die er an Kollegen weitergibt. Norbert Geisen (Ehrenpräsident FDA Luxemburg) erhält die Ehrennadel, weil er sich in besonderem Maß um die Großregion verdient gemacht hat. Geisen war 2006 und 2007 Vizepräsident des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Großregion (WSAGR). Darin stimmen sich Gewerkschaften und die Arbeitskammern sowie die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern und die Arbeitgeberverbände ab. 2008 und 2009 war Geisen Präsident des WSAGR und danach Vizepräsident. Im September 2015 wurde Geisen als luxemburgischer Vertreter in den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss entsendet. Dort ist er Mitglied in vier Fachgruppen. cofi