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"Wir wollen was sehen und nicht noch einen Workshop"

"Wir wollen was sehen und nicht noch einen Workshop"

Clinch in der Stadtverwaltung, Personalmangel, gestoppte Bundesmittel: Das sind die genannten Gründe, wenn es um nicht realisierte Vorhaben im Rahmen des Projekts Soziale Stadt in Trier-West geht. Bürgermeisterin Angelika Birk stellte sich der Kritik und weckte leise Hoffnung.

Trier. Das Projekt Soziale Stadt Trier-West scheint langsam in die Gänge zu kommen. Im kommenden Jahr sollen die Don-Bosco-Werkstatt und das Gebäude Eurener Straße 6 für den Hort-Bauspielplatz ausgebaut werden. Das teilte Bürgermeisterin Angelika Birk während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats West/Pallien im Dechant-Engel-Haus mit. Dorthin war sie gemeinsam mit Achim Hettinger, Leiter des Jugendamts der Stadt Trier, und Sozialraumplaner Simeon Friederich gekommen.
Denn Sozialraumplanung ist Aufgabe des Trierer Jugendamts. Sie beinhaltet auch die Projektsteuerung für die Programmgebiete Soziale Stadt. "Ein Zeichen für die Leute, die hier leben", kommentierte Ortsvorsteher Horst Erasmy (CDU) die beiden Bauvorhaben. Doch auf das Gesamtkonzept Gneisenaubering müssen die Trier-Wester weiterhin warten.
"Seit Jahren hören wir von vielen Plänen, es gab einen Workshop, zig Gespräche, getan hat sich aber nichts", sagte Erasmy. Und er richtete eine "ganz große Bitte" an die Verwaltungsmitarbeiter: "Bitte sagen sie uns, wie es weitergeht, und binden sie uns im Vorfeld in die Planungen mit ein." Denn bereits seit mehr als fünf Jahren warte der Stadtteil darauf, dass sich etwas bewege, dass die Vorhaben umgesetzt würden (der TV berichtete mehrmals).
Birk erklärte den Ortsbeiratsmitgliedern, dass gestoppte Bundesmittel für das Stocken des Projekts verantwortlich seien. Aber immer wieder flechtete sie Sätze wie "Von mir aus hätte die Vorlage schon eineinhalb Jahre früher kommen können, aber ich entscheide das nicht alleine" in ihre Erläuterungen ein.
Dass Projekte offenbar nicht realisiert werden können, weil in der Stadtverwaltung einzelne Ämter im Clinch liegen, scheint im Beirat ein offenes Geheimnis. Etwa fehlende Pläne oder das Nichteinhalten von Versprechen werde mit ausstehenden verwaltungsinternen Absprachen entschuldigt, so Erasmy. Laut Birk wird für die Gneisenau-Kaserne erst einmal eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellt, das Gebäude wird auf seine Substanz und die zu erwartenden Kosten geprüft. Dies sei jetzt erst möglich, da vorher die nötigen Bundesmittel gefehlt hätten, so Birk. Die Idee, nochmals einen Workshop zu veranstalten, stieß auf große Ablehnung. "Wir wollen was sehen und nicht noch einen Workshop", sagte Erasmy im Namen des Rats.
Bereits vor fünf Jahren waren Stadtteilbewohner während eines Workshops mit ins Boot genommen worden, um ihre Ideen einzubringen. Dass die städtischen Wohnungen in Trier-West/Pallien dringend saniert werden müssen, hatte die Bürgermeisterin schon bei ihrem Amtseintritt erkannt. "So was habe ich noch nie in einer westdeutschen Stadt gesehen", sagte Birk. Bereits damals habe sie gedacht, "hier muss man dringend etwas machen". Getan hat sich jedoch kaum etwas. Ein paar Wohnungen waren instandgesetzt worden, einige städtische Wohnungen in der Magnerichstraße werden demnächst erneuert (der TV berichtete). Ist Horst Erasmy zufrieden mit der jüngsten Entwicklung? "Ich bin erst zufrieden, wenn der erste Schritt gemacht ist. Ansonsten sind wir immer noch auf dem gleichen Stand", sagte er nach der jüngsten Ratssitzung. kat