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Wird es bald eng für den Flugplatz?

Wird es bald eng für den Flugplatz?

Weitere Betriebe wollen sich im Industriepark Region Trier (IRT) ansiedeln, doch es gibt zurzeit keine Flächen mehr. Was geht noch wo? Das wird in einem Raumordnungsverfahren erörtert. Für eine mögliche Erweiterung kommt auch der benachbarte Flugplatz in Frage. Bürger aus Hetzerath und Bekond würden das begrüßen.

Föhren/Hetzerath/Trier. 134 Betriebe auf 110 Hektar, 2500 Arbeitsplätze: Der im Dörferdreieck Föhren-Hetzerath-Bekond gelegene IRT ist neben Wittlich der prosperierende Industriestandort in der Region. Mehr als 60 Hektar Gewerbeflächen sind in den vergangenen zehn Jahren vermarktet worden, doch nun ist Schicht im Schacht: Nichts geht mehr, der IRT ist dicht.
Dabei liegen dem Parkbetreiber, dem Zweckverband IRT (siehe Extra), bereits Anfragen von ansiedlungswilligen Firmen in der Größenordnung von zehn Hektar vor. Um zu klären, wie der IRT am besten weiterentwickelt werden könnte, läuft derzeit unter der Federführung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) ein Raumordnungsverfahren. Bestandteil dieses Verfahrens ist, dass Bürger, Umweltverbände und Behörden Stellungnahmen zu potenziellen Erweiterungsflächen abgeben können. Das war bis zum 30. November möglich. In die Auswertung der SGD fließt auch das Ergebnis einer Bürgerversammlung ein, die am Mittwochabend im IRT stattfand.
Sechs Flächen untersucht


Wie IRT-Geschäftsführer Reinhard Müller und Bernhard Gillich vom Trierer Planungsbüro BGH erläuterten, werden im Zuge des Verfahrens sechs Flächen rund um den IRT auf ihr Erweiterungspotenzial untersucht. Vier Kriterien sind maßgeblich: ökologische Belange (Schutzgebiete, Boden, Gewässer, Klima, Landschaftsbild), raumordnerische Belange (Betroffenheit von Vorranggebieten), städtebauliche Belange (Erschließungsaufwand, Beeinträchtigung von Wohngebieten) und technische Belange (Topografie, Flächenzuschnitt).
Erste Wahl für eine Erweiterung des IRT ist eine 45 Hektar große Fläche nordöstlich in Richtung Hetzerath (in der Grafik grün eingefärbt). Größenmäßig halten sich hier Äcker und ein ehemaliges Kiesabbaugebiet der Firma Lehnen (Sehlem) die Waage. Laut Gillich kamen Gutachter bei der Prüfung der alternativen Erweiterungsflächen (in der Grafik rot umrahmt) zu dem Ergebnis, dass der Flugplatz Trier-Föhren für einen nächsten Erweiterungsschritt am besten geeignet sei. Gillich: "Er hat annähernd die gleiche Ausdehnung wie der IRT, jedoch mit dem Unterschied, dass es dort nur etwa zehn Arbeitsplätze gibt und im Park 2500." In zehn Jahren werde der Flugplatz zum IRT gehören, glaubt Norbert Klippel. Er betreibt dort eine Flugschule. Klippel erwartet "Probleme wegen der fliegerischen Nutzung", wenn das von der Gemeinde Föhren geplante Baugebiet "In der Acht" kommt. Bernhard Heller, ebenfalls Pilot und Betreiber einer Flugschule am Flugplatz Föhren, plädiert dafür, den Flugplatz "schonend einer Gewerbenutzung zuzuführen".
Den Ortsbürgermeistern Paul Reh (Bekond) und Werner Monzel (Hetzerath) ist der Fluglärm schon länger ein Dorn im Auge. Ihr Urteil: gewerbliche Nutzung vor fliegerischer Nutzung. Bekonder Bürger machten deutlich, dass die landwirtschaftlich genutzte Optionsfläche rechts der Autobahn nicht angetastet werden soll. Sie sollte als Naherholungsgebiet erhalten werden. "Sonst sind wir ja ganz vom IRT umgeben", meinte ein Zuhörer. "Warum muss es denn immer weitergehen mit dem IRT?", bemerkte ein anderer Besucher.
Es sei ja gerade Sinn des Verfahrens, eine Diskussion darüber anzustoßen, sagte IRT-Geschäftsführer Müller. Neben der fachlichen Bewertung der SGD hänge die Zukunft des Parks letztlich auch von der politischen Einschätzung ab.Meinung

Wachstum mit Schattenseiten
Der IRT brummt. Und wenn die Wirtschaft weiter so floriert wie zuletzt, dann wird das auch so bleiben. 45 Hektar mehr soll es jetzt geben, doch die werden voraussichtlich bereits in zehn Jahren aufgebraucht sein. So erfreulich die Attraktivität des IRT als Wirtschaftsstandort und Arbeitgeber auch ist: Das Wachstum hat auch seine Schattenseiten. Natur und Landwirtschaft werden weiter zurückgedrängt, Lärm und Verkehr nehmen zu. Zudem: Wie zielführend ist es, dass sich die Gewerbeansiedlung auf wenige attraktive Standorte in der Region wie Föhren und Wittlich konzentriert? Wenn von politischer Seite nicht interveniert wird, dann besteht die Gefahr, dass Gewerbestandorte in Mittelzentren wie Saarburg und Hermeskeil stagnieren oder sogar ausbluten. Deshalb ist es zu begrüßen, dass sich der Kreis nach dem Austritt Triers aus dem Zweckverband Wirtschaftsförderung im Trierer Tal neu aufstellen möchte. Auch die Zukunft des Flugplatzes sollte bald auf die politische Agenda. Er wäre in der Tat das ideale Erweiterungsgebiet für den IRT, sofern der Bund keine anderen Pläne hat. Für Bekond und Hetzerath wäre diese Ausdehnung das kleinere Übel: Gewerbebetriebe machen weniger Lärm als Flugzeuge. a.follmann@volksfreund.deExtra

Zweckverband: Mitglieder des 1992 gegründeten Zweckverbands Industriepark Region Trier sind die Kreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, die Stadt Trier, die Verbandsgemeinden Schweich und Wittlich-Land sowie die Ortsgemeinden Bekond, Hetzerath und Föhren. Historie: Der IRT entstand Anfang der 1990er Jahre auf einer Konversionsfläche im Gemeindedreieck Föhren-Bekond-Hetzerath. Ein 27 Hektar großes Militärgelände stand 1989 durch den Abzug einer französischen Hubschrauberstaffel zum Verkauf an. Dieses Areal bildete die Keimzelle des IRT. In unmittelbarer Nachbarschaft des IRT liegt der Flugplatz Trier-Föhren, eine Bundesliegenschaft. alf