WIRTSCHAFT

Zum Bericht "Land bremst Privatisierung der Fleischbeschau" (TV vom 3. November):

Einige Schweine im Lande scheinen gleicher zu sein, als die anderen. Ein Schlachthof in der Region fühlt sich ungerecht gegenüber einem anderen behandelt, weil er 51 Cent mehr für die gleiche Arbeit zahlen muss, als ein Betrieb einige Kilometer weiter. Da hat er doch irgendwie recht! Ein handwerklich arbeitender Metzger wie ich, der sich in Trier noch den Luxus der eigenen Schlachtung leistet, damit die Ware frisch auf den Tisch und die Tiere aus der Region kommen, zahlt aber nicht 1 Euro oder 1,51 Euro, sondern bereits jetzt das fast Neunfache, nämlich 12,40 Euro Gebühr pro Schwein für dessen veterinärärztliche Kontrolle! Haben wir andere Schweine oder werden die Schweine bei uns anders untersucht? In den Verordnungen ist die Untersuchung der Tiere genau und für alle Tiere einheitlich festgelegt. Es ist deshalb nicht nachzuvollziehen, wieso unterschiedliche Preise für eine gleiche Dienstleistung berechnet werden. Hier werden die handwerklichen Betriebe und nicht die Großbetriebe benachteiligt! Da sollte sich die Politik einschalten. Darüber hinaus müssen wir teilweise Auflagen einhalten, die für Großbetriebe vielleicht sinnvoll sein können, uns aber das Leben schwer machen und die Schlachtung verteuern. Mittlerweile ist es notwendig, sogar ein externes Unternehmen für das Qualitätsmanagement zu engagieren. Wir sind glücklich, dass wir Kunden aus Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Monaco, Spanien und Frankreich haben, die unsere Wurst schätzen. Wir freuen uns, dass wir ausschließlich Mitarbeiter aus der Region beschäftigen und den Landwirten faire Preise zahlen. Wir fordern aber, dass auch wir von der Politik unterstützt werden. Wir möchten nicht, dass in Zukunft nur noch Schweine im Münsterland und am Niederrhein geschlachtet werden und die Wurst von Garmisch bis Kiel gleich schmeckt! Manfred Schmitt, Trier