Wissen, Zeit, Zuwendung

TRIER. "Wissen. Zeit. Zuwendung" – Unter diesem Motto eröffnet das Brüderkrankenhaus am 27. November offiziell sein Patienten-Informationszentrum (Piz). Seine Arbeit aufgenommen hat die Schnittstelle zwischen Klinik und Zuhause allerdings schon vor einigen Wochen. Die Resonanz bei Patienten und Angehörigen ist groß.

Exakt 243 "Kontakte" haben die Mitarbeiter des Piz am Brüderkrankenhaus bereits verzeichnet. Stationäre und ambulante Patienten, Kranke, die nicht im Brüderkrankenhaus behandelt werden, Angehörige und Mitarbeiter haben die Anlaufstelle besucht, um sich in der Bibliothek über Krankheiten oder Operations- und Pflegemethoden zu informieren. Andere haben die beiden Piz-Mitarbeiterinnen mit persönlichen Gesprächen oder mit Kontaktadressen von Hilfeorganisationen versorgt. Über die Besuche wird exakt Buch geführt - selbstverständlich anonym. "Wir wollen unser Angebot möglichst genau auf die Bedürfnisse unserer Gäste abstimmen", begründet Piz-Leiterin und Krankenschwester Gudrun Adler die Aufzeichnungen. Reformen im Gesundheitswesen, bessere Operationstechniken und schnellere Abläufe haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass Patienten immer weniger Tage im Krankenhaus verbringen. Gleichzeitig ist der Informationsbedarf gestiegen - bleibt im Krankenhaus doch weniger Zeit für Gespräche mit Ärzten oder Krankenschwestern und um zu lernen, mit seiner Krankheit und deren Folgen umzugehen. Das Piz will diese Lücke füllen und versteht sich als Schnittstelle zwischen Klinik und Zuhause (der TV berichtete). Das Angebot - umfangreiche Bibliothek zu medizinischen Themen, zwei Internet-Recherche-Plätze, Videos zu Operationsmethoden und Pflege, persönliche Gespräche mit Pflege-Fachkräften, Vermittlung zu geeigneten Hilfeorganisationen - steht allen, nicht nur Brüderkrankenhaus-Patienten, kostenfrei zur Verfügung. Zu den häufigsten Fragen, die in den freundlich gestalteten Piz-Räumen, die vom Foyer des Brüderkrankenhauses zu erreichen sind, gestellt werden, drehen sich um Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei geht es nicht nur um medizinische Fragen. "Wir haben Patienten vermittelt in Herzsport- und Selbsthilfegruppen", erklärt Adler. Auf die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wird im Piz Wert gelegt. "Bei Bedarf vermitteln wir - auch überregional - weiter zu Demenzzentren, an die Integrationsstelle, die sich um die Wiedereingliederung von Patienten in die Arbeitswelt kümmert, oder an den Sozialdienst, der bei rechtlichen Fragen zu Rentenansprüchen oder Reha-Maßnahmen hilft", erklärt Adler.Gesundheitsministerin ist Schirmherrin

Aber auch bei ganz persönlichen Ängsten will das Piz Ansprechpartner sein. "Viele wollen wissen, wie man im Falle eines Krankheitsverlaufs bei dem man das Bewusstsein verliert, sicher gehen kann, dass nichts gegen den eigenen Willen geschieht", sagt Adler und verweist auf die Möglichkeit der so genannten Patientenverfügung. Männer, die nach Prostata-Krebs-Operationen Angst vor Inkontinenz haben, und Angehörige, die mit der Pflege der Angehörigen zu Hause psychisch überfordert sind, haben schon das Gespräch im Piz gesucht. Öffnungszeiten des Piz: montags bis freitags, 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, erster Samstag im Monat: 10 bis 15 Uhr. Offizielle Eröffnung: 27. November, 15 Uhr, Podiumsdiskussion "Der mündige Patient" mit Schirmherrin und Gesundheitsministerin Malu Dreyer. Moderation der öffentlichen Veranstaltung im Albertus-Magnus-Saal im Brüderkrankenhaus: TV-Redakteur Dieter Lintz.