Wo bleibt das Verkehrskonzept?

In seiner unnachahmlichen Art hat UBM-Fraktionschef Manfred Maximini auf den Punkt gebracht, was die überwältigende Mehrheit des Stadtrats von der Forderung des Einzelhandelsverbands nach einem neuen Parkhaus in Trier hält: "Das ist überflüssig.

Die Forderung passt nicht in die politische Landschaft." Die Trierer CDU und die Grünen hatten sich bereits ablehnend geäußert, am Freitag legte auch die SPD in einer Pressemitteilung nach. Die Sozialdemokraten verweisen völlig zu Recht darauf, dass die von der Stadtwerke-Tochter "Parken GmbH" betriebenen Parkhäuser und Tiefgaragen derzeit im Schnitt nur zu 70 Prozent ausgelastet sind. Selbst nach der Eröffnung der "Trier-Galerie" finden Kunden im City-Parkhaus, der größten Großgarage der Stadt, meist noch freie Plätze.

Erstaunlich einig sind sich die Stadtrats-Fraktionen in ihren politischen Forderungen zum Thema Verkehr. Manfred Maximini will "erstmal ein geordnetes Fahren in Trier" ermöglicht wissen und liegt damit auf einer Linie mit CDU-Chef Bernhard Kaster, der ein "ganzheitliches Verkehrskonzept für Kunden, Arbeitnehmer, Pendler und Touristen" für notwendig hält. Die SPD fordert "das längst überfällige Mobilitätskonzept". Womit der Ball ins Feld der Stadtverwaltung rollt, genauer in das von Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani.

Über die Personalprobleme in diesem Ressort hat der TV in dieser Woche berichtet: "Wer kann, der geht", heißt es hinter vorgehaltener Hand, was viele Gründe haben mag, jedoch generell kein gutes Licht auf die Führungsqualität der Chefin wirft. Mag sein, dass die Dezernentin eine schwierige Aufgabe mit etlichen thematischen Problemfällen übernommen hat und Personalprobleme verkraften muss. Es kann jedoch nicht sein, dass deshalb Schlüsselprojekte liegen bleiben. Der Verkehr in Trier ist ein gewaltiges Problem, dessen Lösung den meisten Bürgern am Herzen liegt. Wenn also Unions-Chef Bernhard Kaster und Fraktions-Chef Berti Adams beklagen, in dieser Stadt bewege sich derzeit nicht sehr viel, sollten sie auf jeden Fall mal ein ernstes Wort mit der CDU-Beigeordneten Simone Kaes-Torchiani wechseln.

f.giarra@volksfreund.de