Wo das Gute gegen das Böse kämpft und siegt - Karl-May-Festspiele in Pluwig eröffnet

Wo das Gute gegen das Böse kämpft und siegt - Karl-May-Festspiele in Pluwig eröffnet

Seit wenigen Tagen grassiert wieder ein besonderes Fieber in der Region. Tausende haben sich bereits vom Karl-May-Syndrom anstecken lassen. 13 800 Menschen werden in diesen Wochen wieder ein besonderes Spektakel in Pluwig erleben.

Freilichtbühne um 19.30 Uhr: Mit einem ohrenbetäubenden Knall aus der Kanone hat die Kavallerie der Karl-May-Freunde den diesjährigen Reigen der insgesamt zehn Aufführungen eröffnet. Ein Raunen und der erste Beifall gehen durch die Reihen. Schon vorher wurde gewarnt: "Wir werden wieder viel Pyrotechnik einsetzen. Erschrecken Sie also nicht bei jedem Knall und Feuerball." Der Karl-May Klassiker "Der Ölprinz" steht in diesem Jahr mit ausgefeilten Kampfszenen und Spezialeffekten auf dem Programm.

Auf der Freilichtbühne gibt es für die Zuschauer, die zunächst noch in der prallen Sonne sitzen, immer was zu sehen und zu staunen. Ist es der gemütliche Plausch einiger Darsteller vor dem Western-Saloon, die Indianerfamilien vor ihren Zelten oder das Trink-Gelage vor dem Pueblo, die Besucher sind begeistert und spenden spontan Beifall. Dies auch als Sam Hawkens (Rolf Scherf) einen "Text-Hänger" hat und seinen Kopf scheinbar beschämt auf die Gewehrmündung stützt. Pulverrauch und Staubschwaden schwängern die Luft im Talkessel. Es wird geschossen was die Rohre hergeben und regelmäßig zieht der Treck, immer auf der Hut vor Indianern und Diebesbandes, mit Wagen, Pferden und Aussiedlern über den Weg zwischen Bühne und Zuschauerrängen.

Die rund 70 Darsteller mit 38 Sprechrollen und 26 Pferden fesseln die Zuschauer mit dem Spiel von gegenseitiger Gefangennahme, Verrat und doch einem großen Happyend. Immer wenn die weltweit bekannte Musik aus den Karl-May-Filmen erklingt, rätseln die Gäste aus welcher Richtung der große Häuptling der Mescalero-Apachen Winnetou (Reinhold Schomer) und sein Blutsbruder Old Shatterhand (Rainer Otten) kommen werden. Stolz sitzen die beiden Freunde auf ihren Pferden und besprechen immer wieder die neue Situation. Denn es gilt den Betrüger und Ölprinzen (Rüdiger Lamberty), der einem Bankier (Stefan Krämer) nicht vorhandene Ölquellen verkaufen will, zu stellen und den Frieden unter den Indianern wieder herzustellen.

Vorsitzender Edwin Christen hat recht: "Die Zuschauer erwarten viel Spannung und packende Auseinandersetzungen." Die Pluwiger Ortsbürgermeisterin, Annelie Scherf, freut sich: "Die Karl-May-Freunde bieten Einmaliges in der Region. Ein Traum wurde dadurch wahr. Ihn haben inzwischen 75 000 Menschen erleben dürfen." Regisseur Conny Faißt sieht in die Zukunft: "Im Ensemble ist die Vereinsjugend fest integriert. Mit diesen Talenten schaffen wir in diesem Jahr wieder ein hervorragendes Niveau."

Von der großen Klasse der Aufführungen überzeugten sich auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Triers Stadtbürgermeister Wolfram Leibe. Übrigens: Karten gibt es keine mehr. Die Spiele sind ausverkauft.

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