Wo die Familie gute Geschäfte macht

Wo die Familie gute Geschäfte macht

Mehr als 4500 gut gelaunte Besucher, und Hunderte zufriedene Verkäufer. Die Stimmung beim TV-Kinderflohmarkt am Sonntag hätte kaum besser sein können. Für viele steht jetzt schon fest: Beim nächsten Mal sind wir wieder dabei.

Trier. Der kleine Blondschopf ist verzweifelt: "Maamaa", schreit die Kleine und schluchzt. Gerade war ihre Mutter noch da, nun ist sie im Gewimmel verschwunden. Scheinbar spurlos. Doch dann entdeckt die Kleine plötzlich ein paar bekannte Hosenbeine und wuselt sich zur Mutter durch, die sich nur wenige Meter entfernt für die Spielsachen an einem Stand interessiert. Lina, Leo und Jan tätigen schon ihre eigenen Geschäfte. Stolz hält Jan sein Fernrohr in die Fotokamera: "Hier, hab ich für nur einen Euro gekauft." Ob er seine eigenen Sachen auch so schnell los wird? Egal. Nach Schnäppchen jagen macht mindestens genauso viel Spaß. Das denken sich auch die anderen, mehr als 4500 Besucher an diesem heißen Spätsommertag, die an den 394 Verkaufsständen auf dem TV-Verlagsgelände nach Flohmarktartikeln suchen. Tatsächlich ist das Angebot immens: Schaukelpferde, Schulranzen und Schuhe, Bobbycars, Babysachen, Bettwäsche und Buggys, Plüschtiere und Puzzles - Kunden, die hier nichts finden, sind selbst schuld.Allerdings fängt wie in der Natur auch bei einem Flohmarkt nur der frühe Vogel den Wurm. Wer seine Siebensachen abends nicht wieder mit nach Hause schleppen möchte, muss früh am Start sein. Bereits ab 6 Uhr haben Eltern, Kinder, Omas und Opas daher bereits ihre Stände aufgebaut, Waren ausgelegt und auf Käufer gewartet. Für Gisela Classen-Thiel (67 Jahre) aus Neumagen-Dhron (Kreis Bernkastel-Wittlich) eine spannende Erfahrung. "Seit halb fünf sind wir schon auf den Beinen. Aber da ich das erste Mal dabei bin, bin ich neugierig darauf, alles mitzubekommen." Gemeinsam mit Schwiegertocher Pia verkauft sie die zu klein gewordenen Babysachen ihres neun Monate alten Enkels Magnus. Die passen dem 14 Monate alten Elay aus Monzelfeld (Kreis Bernkastel-Wittlich) leider nicht mehr. Seine Mutter sucht für ihn nach einer passenden Urlaubsgarderobe, während Elays Vater geduldig bei dem beliebten Kinderspaß "Papa, heb mal meine Mütze auf" mitspielt. Der erfolgreiche Vormittag hätte in einen lauschigen Nachmittag münden können, da melden diverse Wetterapps Unwettergefahr gegen 15 Uhr. Tatsächlich verdunkelt sich der Himmel gegen Mittag und Wind kommt auf. Erst bauen nur einige ihre Stände vorzeitig ab, dann immer mehr. Gegen 13.30 Uhr der Exodus: Verkäufer und Besucher verlassen scharenweise das Gelände. Nass werden will hier heute keiner mehr.volksfreund.de/fotos