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Wo die Jugend keine Chance hat

Wo die Jugend keine Chance hat

TRIER. (red) Eine Delegation des Deutschen Jugendrings (DNK) unter Leitung des Trierer Vorsitzenden Christian Schmitz besuchte vom 5. bis 9. Oktober die serbischen Partner. Es wurden viele Jugendorganisationen, Kinderheime und Sozialämter in mehreren serbischen Städten besucht, um die Situation der serbischen Jugendlichen zu erfassen.

"Unvorstellbar schwierig" seien die Bedingungen, unter denen die serbischen Organisationen arbeiteten. Es gebe selbst unter den demokratischen Regierungen seit dem Sturz des Milosevic-Regimes keine offizielle Jugendpolitik, kein zuständiges Ministerium und noch nicht einmal einen nationalen Aktionsplan. "Jugend ist einfach kein Thema", fasst Schmitz die Situation zusammen. Arbeitslosigkeit frustriert die Jugendlichen

Es existiere keine Bereitschaft, Jugendorganisationen von staatlicher Seite zu unterstützen, die Gesetze für die Kriterien und Mitgliedschaft im Jugendring stammten noch aus kommunistischer Zeit. Dabei seien es gerade die Jugendlichen, die die Demokratie erkämpften und besonders enttäuscht und betroffen von der Entwicklung seien. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit rund 65 Prozent nochmal deutlich über der schon hohen allgemeinen Arbeitslosenquote. Die Löhne seien mit durchschnittlich 180 Euro so niedrig, dass die Jugendlichen auch später nur mit Unterstützung der Eltern und somit von der Substanz aus der kommunistischen Zeit leben könnten. Demzufolge seien der Wunsch, einerseits ins Ausland zu gehen - gerade bei den gut Ausgebildeten -, und die Frustration und Apathie andererseits verständlich. Der deutsche Jugendring versucht mit einfachen Möglichkeiten, die Jugendorganisationen in Serbien mit Geld und Ideen auszustatten, um Partizipation und sinnvolle Beschäftigung zu ermöglichen, und bittet die Zivilgesellschaft um Mithilfe. Kontakt: Deutsches Nationalkommitee für internationale Jugendarbeit (DNK), Vorsitzender Christian Schmitz, 030/400404-16 oder dnk@dbjr.de.