Wo ein Mittelzentrum Vorteile bringt

Wenn Innenminister Karl Peter Bruch zu seinem im August 2009 gegebenen Wort steht, müsste Schweich im nächsten Jahr offiziell als Mittelzentrum eingestuft werden (der TV berichtete). Was bedeutet dies für die Stadt, ihre Bürger und das Umland?

Schweich. Nur des Geldes wegen den Status eines Mittelzentrums anzustreben lohnt sich auf den ersten Blick kaum. Dies zeigen einige Zahlen, die die Verbandsgemeindeverwaltung präsentiert: Als Mittelzentrum würde Schweich 130 000 Euro mehr vom Land erhalten. Davon gingen 30 000 Euro in den Stadtsäckel, 34 000 Euro erhielte der Kreis, und die Verbandsgemeinde wäre mit 68 000 Euro dabei.

Interessanter erscheinen solche Vorteile, die sowohl für die Bürger als auch für Gewerbe und Handel von Bedeutung wären. Beispielsweise dürfen nach den gesetzlichen Vorgaben in einem Mittelzentrum die Einzelhandelsflächen wesentlich größer ausfallen als in einem Unterzentrum. Dies wiederum stärkt den Standort und wertet den Wohnort auf. Zwar wird es in Schweich einen Globus oder Ikea nicht geben. Realistisch ist aber die Ansiedlung kleinerer Möbelhäuser oder Hand werker märkte. Als Standorte kämen das Gewerbegebiet Schlimmfuhren oder Flächen jenseits der Bahnlinie infrage.

Schnellere Förderung vom Land erwartet



Im touristischen Sektor soll die Werbung mit den Kooperationspartnern Trier und Konz besser abgestimmt werden. Denkbar wäre etwa ein einheitliches Übernachtungs- und Reservierungssystem. Dabei sollen auch die Gemeinden aus der Verbandsgemeinde (VG) Schweich vom Mittelzentrum profitieren - etwa durch dessen gezielte Werbung für neue Fremdenverkehrsangebote.

Vorteile hat ein Mittelzentrum erfahrungsgemäß bei der Förderung von Bau- und Sanierungsprojekten. Im Falle eines Falles neigt die Landesregierung eher dazu, die Mittel- und Oberzentren zu stützen. Dies könnte schon bei der längst fälligen Sanierung des Erlebnisbades Schweich von Bedeutung sein.

Bürgermeister Berthold Biwer von der VG Schweich vertraut nun auf die öffentliche Zusage von Innenminister Karl-Peter Bruch. Der hatte im August erklärt, dass Schweich im nächsten Jahr in Kooperation mit Trier und Konz den Status eines Mittelzentrums erhält (der TV berichtete). "Schon heute bildet Schweich das Versorgungszentrum für sein Umland - nicht anders als Hermeskeil, Morbach oder Saarburg", erklärt der Verwaltungsschef. Dieser Überzeugung ist auch Stadtbürgermeister Otmar Rößler: "Wir erfüllen schon längst die Voraussetzungen."

Warum das Mittelzentrum Schweich kein eigenes Krankenhaus benötigt und was die Aufstufung für den öffentlichen Personen-Nahverkehr bedeuten würde, lesen Sie morgen im Trierischen Volksfreund.