Wo ein wacher Geist nach außen strahlt

Wo ein wacher Geist nach außen strahlt

Kreatives Chaos, Lebendigkeit und ein Geschenk mit Strahlkraft - auch an die Stadt: So hat die Hochschule Trier Geburtstag gefeiert. 101 Jahre Standort Paulusplatz stehen für eine wechselvolle Geschichte, aber auch für Zukunftsperspektiven. "Ewige Unruhe" hat der gestaltende Fachbereich das Fest benannt.

Trier. Auch wenn es für Oberbürgermeister Klaus Jensen bereits der 41. Geburtstag von einem über 100-Jährigen in diesem Jahr ist, zu dem er eingeladen ist, zum Gratulieren kommt er gern. Denn: "Hier herrschen 101 Jahre Kreativität. Und trotz der gewaltigen Zeitspanne wird keine Gesetztheit daraus, es liegt kein Mehltau über diesem Gebäude."
Bereits 1971 habe die Stadt einen enormen Aufschwung erfahren, als die Werkkunstschule Fachhochschule wurde.
Modernität sei immer noch zu spüren, die nicht nur anziehend auf junge Menschen sei, sondern auch Wirkung auf die Region habe. "Wenn das hier der Gestaltungscampus wird, rede ich nicht nur über den symbolischen Brückenschlag über die Mosel zur Europäischen Kunstakademie", sagte Jensen.
Ob Innenarchitektur, Grafik, Mode - "Für Kreativität gibt es kein Gesetz", sagte Ursula Weissroth, ehemalige Studentin und später selbst Modedozentin.
Der freie wache Geist, der seit 101 Jahren am Paulusplatz herrscht, ist in den Ausstellungen und Präsentationen zu spüren. Der Titel des Geburtstagsfestes "Ewige Unruhe" ist Programm. Besucher flanieren durch die geöffneten Werkstätten, genießen das kreative Chaos. Bewegung, Perspektivwechsel, die eigene Wahrnehmung überprüfen und hinterfragen: Dazu lädt eine Installation vor dem Gebäude ein. Dort können sich Besucher ihr eigenes Bild machen, indem sie durch einen von zahllosen Diarahmen gucken, die von einem Baum hängen.
Um Perspektivwechsel und Verwandlung geht es auch am Abend. Da wartet der Paulusplatz mit den Live-Performances Binary Patina, Reframing Paulusplatz und Landgang mit einem neuen Raumerlebnis sowohl klanglich als auch visuell auf. Ein Geburtstagsgeschenk mit Strahlkraft in die Stadt: "Generative und interaktive Projektionen, die insbesondere mit dem Erbe der Baukultur einen audiovisuellen Dialog aufnehmen, vermögen in und für Trier neue Zeichen zu setzen", heißt es dazu im Ausstellungskatalog zu "trier univers.city - auf dem Weg zur kreativen Stadt".
Und dass der Paulusplatz ein Zentrum der Kultur, Kunst und Kreativität ist, hat der Hochschul-Fachbereich Gestaltung mit dem 101. Geburtstagsfest einmal mehr bewiesen.

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