Wo es im Trierer Umland am häufigsten kracht

Wo es im Trierer Umland am häufigsten kracht

Insgesamt 18 Unfallschwerpunkte hat die Unfallkommission für den Landkreis Trier-Saarburg im Landkreis ausfindig gemacht. In den Verbandsgemeinden Trier-Land, Schweich und Ruwer krachte es an fünf Stellen besonders häufig.

Trier. Die vielbefahrene Landesstraße 46 von Zemmer (VG Trier-Land) nach Trier-Quint (Quintbach) steht auf dem Bericht der Unfallkommission ganz oben: Acht Mal sind in den vergangenen drei Jahren Fahrzeuge von der gefährlichen Straße abgekommen. Im Juni wurde ein 21-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt, als er bei Rodt von der Fahrbahn schlitterte (der TV berichtete).

Viele Unfälle auf der L 46
Der Streckenabschnitt erfüllt die Kriterien, mit denen die Unfallkommission des Landkreises Trier-Saarburg diese als Unfallhäufungsstelle (UHS) definiert. Eine UHS ist eine Gefahrenstelle, an der in einem Jahr mindestens fünf gleichartige Verkehrsunfälle passiert sind. Gleichzeitig ist der Abschnitt der L 46 auch Unfallhäufungslinie (UHL). Als UHL gilt eine Straße, wenn innerhalb von drei Jahren mindestens drei Unfälle mit Schwerverletzten passierten.
Dass etwas getan werden muss, ist den Verkehrsplanern klar. Bereits im Frühjahr 2011 hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) deshalb auf der L 46 die Griffigkeit der Straße verbessert. Das heißt: Auf die Fahrbahndecke wurde ein spezieller Belag mit höheren Haftungseigenschaften für Auto- und Motorradreifen aufgetragen. Außerdem wurden Tempolimits eingeführt.

Licht für Bushaltestelle
Als weitere UHL hat die Unfallkommission die gefährliche Bushaltestelle Am Sternfeld an der B 52 bei Farschweiler (VG Ruwer) ausgemacht. Dort wurden neue Straßenlaternen aufgestellt, die den Haltestellenbereich besser beleuchten. Im Herbst 2008 war dort ein 17-jähriges Mädchen gestorben. Die Schülerin wurde von einem Auto erfasst, nachdem sie aus dem Bus gestiegen war. Drei weitere Unfälle mit Verletzten passierten seitdem an dieser Stelle, bevor die neue Beleuchtung installiert wurde.

Keine Maßnahmen in Schweich
Auch auf der L 145 zwischen Kenn (VG Schweich) und der Schweicher Moselbrücke kam es insgesamt dreimal zu Unfällen mit Schwerverletzten. Sofortmaßnahmen sind dort aber nicht geplant.

Unfallschwerpunkt: Ralingen
In Ralingen (VG Trier-Land), wo die L 42 am Sauerufer in die B 418 mündet, hat die Unfallkommission versucht, den Unfallschwerpunkt durch eine Umstrukturierung der Kreuzung zu lösen. Einfahrende Fahrzeuge werden nun rechtwinklig zur Bundesstraße geführt. Dadurch sollen die Fahrer die Hauptstraße besser einsehen können. Auch eine Umstellung der Vorfahrtsregelung wird überprüft.

Spitzenreiter in Unfallstatistik
Auch die "Bitburger" fehlt nicht in der Unfallstatistik: Allein zwischen Aach-Neuhaus (VG Trier-Land) und der Stadt Trier wurden 2011 bei neun Unfällen Menschen verletzt. Die Verkehrsplaner sehen hier allerdings das hohe Verkehrsaufkommen auf der Bitburger verantwortlich - und dagegen gibt es kein Rezept.
Das sind die zehn gefährlichsten Straßen im Landkreis (die Zahlen beziehen sich auf die Jahre 2008 bis 2010): B 51 zwischen Aach-Neuhaus und Trier: neun Schwerverletzte; L 46 zwischen Quint und Zemmer: acht Fahrzeuge kommen von der Fahrbahn ab; B 268/K 145, Einmündung bei Baldringen: sechs Schwerverletzte; B 419/L 134, beim Bahnhof Wincheringen: vier Schwerverletzte; B 268 zwischen Pellingen und Zerf: vier Schwerverletzte; B 407 zwischen Zerf und Hirschfelder Hof: fünf Schwerverletzte; B 52 zwischen Osburg-Neuhaus und Sternfeld: vier Schwerverletzte; L 151 zwischen Hermeskeil und Landesgrenze: vier Schwerverletzte; L 145 zwischen Kenn und der Moselbrücke Schweich: drei Schwerverletzte; B 407 zwischen Irsch (Saar) und Zerf: drei Schwerverletzte. sen Im Landkreis Trier-Saarburg wurden im vergangenen Jahr insgesamt 7596 Verkehrsunfälle registriert - eine leichte Zunahme um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bundesweit gab es fast fünf Prozent mehr Unfälle. Die Verkehrsunfälle sind nicht gleichmäßig auf das Straßennetz verteilt, sondern treten an bestimmten Stellen häufiger auf. Diese sogenannten Unfallhäufungen können gezielt bekämpft werden: Oft reicht es, neue Straßenschilder aufzustellen; manchmal müssen Straßen jedoch komplett umgebaut werden. Wird nur der Verkehr neu geregelt, kostet es den Steuerzahler nicht viel - ein Umbau von Straßen muss aber mit großem Aufwand geplant und in die Haushalte eingestellt werden. Die Unfallkommission hat die Aufgabe, solche Gefahrenstellen zu erkennen. Außerdem soll sie Ideen entwickeln, was man den Gefahren im Verkehr entgegensetzen könnte. Das Gremium besteht aus Fachleuten der Verkehrsbehörden, der Polizei und der Straßenbaubehörden. Vorsitzender ist der Fachgruppenleiter des Landesbetriebs Mobilität Trier, Klaus Wagner. In diesem Jahr konzentriert sich die Kommission auf die Sicherheit von Motorradfahrern. Bereits in den vergangenen Jahren wurden sieben Kilometer der Leitplanken im Trierer Umland mit einem sogenannten Unterfahrschutz ausgerüstet. Dieser verhindert, dass Motorradfahrer im Falle eines Unfalls unter den Leitplanken durchrutschen und sich dadurch schwer verletzen. sen

Mehr von Volksfreund