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Wo Heinrich Umbscheiden einst der Schlag traf

Wo Heinrich Umbscheiden einst der Schlag traf

TRIER. Alle Wege führen übers Schusterskreuz, und das präsentiert sich nun endlich in frischem Glanz. Der Eifelverein hat die Restaurierung des über 250 Jahre alte Steindenkmals, das dem Wanderwege-Schnittpunkt im Weißhauswald seinen Namen gab, spendiert.

Auch wenn es weder aus der Römerzeit noch aus dem Mittelalter stammt, gehört das Schusterskreuz zu den bei Einheimischen populärsten Denkmälern Triers. Keine Schulklasse, die nicht schon bei einem Wandertag dort vorbeikam, kein Familienausflug zu Kockelsberg oder Altenhof, bei dem nicht das Schusterskreuz als Rastplatz dient. Der Eifelverein lotst monatlich hunderte von Wanderern an dem Sandsteinkreuz vorbei. Denen fiel der missliche Zustand besonders unangenehm ins Auge. "Wir wollten das Denkmal nicht weiter verkommen lassen und haben die Initiative ergriffen", berichtet Anita Kruppert, die Vorsitzende der Ortsgruppe Trier. Im Rathaus lief der Eifelverein offene Türen ein. Der Schlachtplan wurde unter Federführung des Denkmalpflegeamtes ausgearbeitet. Die Firma Bungert&Wirtz (Trier) erhielt den Auftrag für Reinigung, Restaurierung und witterungsbeständigen farbigen Anstrich, das städtische Forstrevier Trier-Weißhaus/Pfalzel erneuerte die marode Palisadenwand, die das Kreuz gegen Hangrutsch schützt. Die Kosten von etwa 2000 Euro trägt die rund 500 Mitglieder zählende Eifelvereins-Ortsgruppe Trier und greift damit eine alte Tradition auf: Bereits vor 30 Jahren war das Kreuz auf Initiative des Vereinsmitglieds Marie-Louise Grimm runderneuert worden. Mehr als zweieinhalb Jahrhunderte hat das kunstvolle Denkmal auf Vereinigte-Hospitien-Areal auf dem Buckel. Errichtet wurde es einst zum Andenken am Heinrich Umbscheiden, den am 1. April 1745 bei einer Rast an genau dieser Stelle ein Schlaganfall dahinraffte. Weil Umbscheiden Amtsmeister der Schuhmacherzunft gewesen war, hatten Gedenkkreuz und Wege-Schnittpunkt bald ihren Spitznamen weg: Schusterskreuz. Ebenfalls lange Zeit im Volksmund gebräuchlich: "Der tote Stadtrat", eine Anspielung auf die politische Funktion des Verstorbenen, dessen wohlhabender Clan zahlreiche Ratsherren stellte. Nachdem der Eifelverein in den vergangenen Jahren auch Geld für die Sanierung des Kutscherhauses hinter dem Haus Franziskus und der Markuskapelle spendete, signalisiert er Bereitschaft zur Unterstützung weiterer Projekt: "Wir würden uns gerne an einer Wiederherstellung des Wanderweges im Busental beteiligen", sagt die Vorsitzende Anita Kruppert.