Wo in Trier mehr für die Kinder getan werden muss

Soziales : Wo in Trier mehr für die Kinder getan werden muss

In vielen Trierer Stadtquartieren sieht es sehr gut aus bei Spielmöglichkeiten für den Nachwuchs. Doch es gibt auch Nachholbedarf.

Spielplatz ist nicht gleich Spielplatz. Eine vor sich hinrostende Schaukel, ein eher als Hundetoilette dienender Sandkasten und eine Sitzbank mit splitternden Planken sind nicht das, was sich Kinder, deren Eltern und auch die Stadtverwaltung vorstellen. 138 öffentliche sowie einige private Spielplätze (siehe Info Zahlen) gibt es aktuell in der Stadt Trier. Nach der in den Dezernatsausschüssen jüngst vorgestellten Spielraumleitplanung gibt es bald weitere Gelegenheiten zum Spielen. Und eine Menge Handlungsbedarf, wie das Ergebnis der Spielraumanalyse zeigt.

In der Untersuchung für 28 städtische Quartiere von Nells Ländchen bis Feyen ist ausgewertet worden, was es an Angeboten gibt und was noch fehlt. Für jeden Stadtbereich werden anhand verschiedener Kriterien wie Verkehrssituation, Eltern-Kind-Spielraum oder Abenteuerraum  Punkte vergeben. Daraus ergibt eine Bestandsanalyse, wie es um die Spielqualität der einzelnen Stadtbereiche bestellt ist (siehe Grafik).

Schlusslicht ist das Gartenfeld in Trier-Ost mit zwei Minuspunkten. In der Zusammenfassung heißt es unter anderem, dass die Spielraumsituation vor allem bei den Eltern-Kind-Spielräumen, den Flächen für raumgreifende Bewegungsmöglichkeiten und dem Spielraum sehr lückenhaft ist. Deshalb sei es unter anderem sinnvoll, das Schulgelände der Egbert-Grundschule zugänglich zu machen und bei privaten Bauvorhaben konsequent zu prüfen, ob Spielplätze notwendig sind und diese auch tatsächlich ausgebaut werden (siehe Info Pläne).

Die verbesserungswürdige Platzierung des Gartenfelds verwundert angesichts des Baus einiger Wohnkomplexe im Viertel in jüngster Zeit. Denn laut Landesbauordnung müssen bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen im Regelfall Spielplätze für Kleinkinder gebaut werden. Diese müssen zumindest in unmittelbarer Nähe liegen. Bauherren können sich von der Verpflichtung durch eine Zahlung an die Stadt freikaufen. Die Kommune soll dann das Geld in einen öffentlichen Spielplatz in der Nähe investieren. Nach Auskunft der Stadtverwaltung Trier liege es im Ermessen der Bauaufsichtsbehörde, zu kontrollieren, ob Spielgeräte aufgestellt werden.

Spitzenreiter im Quartiersranking mit 22 Punkten ist Neu-Kürenz, das umfasst das Hochplateau zwischen Petrisberg und Universität. Dazu heißt es in der Analyse zusammenfassend, dass die Spielraumsituation besonders gut sei, da durch das Landesgartenschau-Gelände ein hochwertiges Naherholungsgebiet im Einzugsbereich entstanden ist. Auch im Bereich Weidengraben sei eine gute Versorgung mit den verschiedenen Spielraumtypen festzustellen.

Bisher eher bescheiden ist laut Analyse das Angebot im Bereich Maximin zwischen Porta Nigra und Moselstadion. Das ändert sich derzeit. Denn auf dem Gelände der Karl-Berg-Musikschule zwischen Paulin- und Engelstraße wird gebaut. Dort entsteht ein Themenspielplatz mit dem Schwerpunkt Musik. Es werden laut Stadtverwaltung drei Spielskulpturen errichtet, die bespiel- und bekletterbar sind (Steinharfe, Lithophon, Klangrolle). Zudem wird eine der vorhandenen Rückhaltemulden als Sandspielbereich hergerichtet, eine weitere mit Sitzsteinen in Reihen, die auch beispielsweise als Auditorium für kleinere Aufführungen der Musikschule genutzt werden können. Wichtig: Zum Spielplatz gehört auch eine asphaltierte Fläche, die in diesem dicht bebauten Innenstadtbereich zum Fahrrad-, Laufrad- oder Rollerfahren beziehungsweise fahren lernen zur Verfügung steht.

Die Kinder und Jugendlichen in Zewen und im Quartier Alt-Heiligkreuz in der Nähe der Europäischen Rechtsakademie müssen sich noch ein wenig gedulden, sind jedoch die ersten, die von der langen Liste der Vorhaben im Bereich Spielplatzbau profitieren. Nach aktuellen Planungen soll der Stadtrat im April entscheiden, ob dort ebenfalls noch in diesem Jahr gebaut wird. In der Nähe des Fußwegs von den Kaiserthermen hinauf nach Alt-Heiligkreuz soll ein Platz entstehen, der die Hanglage einbezieht. Der mit Kinderbeteiligung geplante Platz soll in einem zweiten Bauabschnitt mit einer Rutschenlandschaft erweitert werden.

Das Hanggelände unterhalb der Bernhardstraße in Trier-Heiligkreuz ist Standort für einen neuen Spielplatz. Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund/Harald Jansen
Unweit der Pfarrkirche St. Martinus in Trier-Zewen soll ein neuer Spielplatz gebaut werden. Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund/Harald Jansen
Spielraum Trier. Foto: TV/Schramm, Johannes

Unweit der Zewener Pfarrkirche sollen laut Stadtverwaltung Sandspielbereich, Spielhügel mit Stelzenparcours und ein Heckenlabyrinth entstehen. In einem zweiten Bauabschnitt werde die Ausstattung mit einem Kletterturm mit Hängebrücke zum Hügel und einer Nestschaukel ergänzt.

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