Wo Pilger Hilfe und Unterkunft finden

Wo Pilger Hilfe und Unterkunft finden

Die St.-Jakobusbruderschaft Trier hat den zehnten Jahrestag ihrer Wiederbegründung gefeiert. In der Kirche St. Irminen trafen sich zahlreiche Mitglieder und Freunde der Bruderschaft zum Festgottesdienst.

Trier. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die St. Jakobusbruderschaft Trier bereits im Jahr 1239. Damit ist sie wahrscheinlich die älteste Jakobusbruderschaft in Deutschland. Bis zur Französischen Revolution widmete sie sich den Pilgern, die auf ihren Wegen nach Santiago, nach Rom oder nach Jerusalem durch Trier zogen.
Die Hauptaufgabe der Bruderschaft war die Unterhaltung des Jakobushospitals, das später in den heute noch existierenden Vereinigten Hospitien aufging. Überall in der Stadt gibt es noch Zeugnisse dieser Tradition. So steht der heilige Jakobus als einer der vier Stadtpatrone an der Steipe am Hauptmarkt. Und auch das Wappen der Vereinigten Hospitien ziert ein zuversichtlich ausschreitender Jakobus mit dem Pilgerstab in der Hand.
Vor zehn Jahren wurde die St. Jakobusbruderschaft Trier wiederbegründet, inzwischen zählt sie rund 250 Mitglieder. Vier Pilgerinnen und Pilger, die im vergangenen Jahr erstmals Santiago, Rom oder Jerusalem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht haben, wurden im Rahmen des Gottesdienstes von Brudermeister Hubert Schnabel ausgezeichnet.
Auch heute ist es der Auftrag der Bruderschaft, sich um die Pilger zu kümmern, die durch Trier ziehen. Sie tut dies an erster Stelle durch ihr Pilgerbüro, das in Kooperation mit der Dominformation betrieben wird. Jährlich werden dort rund 800 Pilgerausweise ausgestellt. Neben den Ausweisen gibt es im Pilgerbüro wichtige Informationen für den weiteren Weg in Richtung Frankreich. Auch kann eine Unterkunft für eine Nacht bei Mitgliedern der St. Jakobusbruderschaft Trier vermittelt werden.
Am letzten Freitag eines ungeraden Monats (außer Juli) findet der sogenannte Jakobusabend statt, der mit einer Pilgermesse und dem Pilgersegen in St. Gangolf beginnt und mit einem Informationsteil und einem Pilgerstammtisch für alle Interessierten im Pfarrheim Liebfrauen fortgesetzt wird. Ein- bis zweimal im Jahr werden Pilgerwanderungen auf den Jakobuswegen im Trierer Land oder im benachbarten Lothringen angeboten. Einen besonderen Schwerpunkt setzt die St.-Jakobusbruderschaft Trier in der Erforschung des Pilgerphänomens. Hierzu kooperiert sie erfolgreich mit Sozialwissenschaftlern, Psychologen und Theologen an den Trierer Hochschulen. Zuletzt fand dazu im Rahmen der Heilig Rock Wallfahrt 2012 ein wissenschaftliches Symposium statt.
Schlafsaal "Trier" in Spanien


Seit 2012 besteht ein Partnerschaftsabkommen mit der Jakobusbruderschaft im spanischen Astorga. In der dortigen Pilgerherberge (spanisch Refugio) gibt es seither einen Schlafsaal mit dem Namen "Trier", dessen Instandsetzung und Betrieb von der hiesigen Bruderschaft finanziell unterstützt wird.
Die St.-Jakobusbruderschaft Trier bietet ihre Dienste auch im Internet unter www.sjb-trier.de an. So kommen jährlich rund 1000 Bestellungen für Pilgerausweise nach Santiago, aber auch nach Rom und nach Jersualem zusammen. Die Ausweise werden von Ehrenamtlichen ausgestellt und an Adressen in ganz Europa verschickt. Das zehnjährige Bestehen war Anlass, die Homepage zu überarbeiten. Außerdem ist die St.-Jakobusbruderschaft Trier auch im sozialen Netzwerk Facebook unter www.facebook.com/sjb.trier zu finden. red

Mehr von Volksfreund