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Wo Romantik auf Technik trifft

Wo Romantik auf Technik trifft

Zu seinem großen Meulenwaldtag rund um das Forstamtsgehöft hat das Forstamt Trier nach Quint eingeladen. Bei der Veranstaltung standen neue Aufgabenschwerpunkte im Mittelpunkt. Informiert wurden die 1500 Zuschauer mit Broschüren, Informationsständen und durch persönliches Erleben.

Trier. Diamond ist sechs Jahre alt, 800 Kilo schwer und ein Gebirgskaltblutpferd. "Dank seiner schmalen Hufe hat er eine hohe Trittsicherheit. Das, gepaart mit seinem ausgeglichenen Charakter und seiner großen Muskelmasse, qualifiziert ihn für die Arbeit im Forst, wo er gefällte Baumstämme aus dem Unterholz auf die Wege zu den Maschinen zieht, die das Holz dort dann weiterverarbeiten." Johanna Havrilova weiß, wovon sie spricht. Gemeinsam mit ihrem Mann Jan Havril betreibt sie in der Eifel ein Forstunternehmen, in dem auch das Pferd Diamond für diverse Waldarbeiten gebucht werden kann.
Vor allem in Naturschutzgebieten ist das der Fall, wo Maschinen nicht oder kaum eingesetzt werden dürfen. Beim Meulenwaldtag des Forstamts Trier zeigt das Trio, zu welchen Leistungen solch ein Pferd fähig ist. Bis zu 800 Kilo Holz, entsprechend dem eigenen Gewicht, kann Diamond durch das Unterholz zu den Waldwegen schleppen.
Trotz dieser Leistung sind Holzrückepferde laut Forstdirektor Gundolf Bartmann ein Auslaufmodell. Kleine Schlepper übernehmen mehr und mehr die Aufgabe der Pferde, können mehr Aufgaben erledigen und schwerere Stämme ziehen, machen so den Einsatz der Pferde zu einem Nischenmodell. Bartmann führt an diesem Morgen Bundestagsabgeordnete Katarina Barley und Triers Oberbürgermeister-Kandidatin Hiltrud Zock über den Informationsparcours im Forst.

Sicherheit geht vor


Begleitet wird die Gruppe von Interessierten, die aufmerksam die Ausführungen des Forstamtsleiters verfolgen. War beim Einsatz des Holzrückepferds noch eine gewisse Romantik spürbar, so zeigt der weitere Ablauf des Rundgangs, dass auch im Wald nichts mehr ohne moderne Technik geht. Besonderen Wert legt Bartmann auf die Feststellung, dass der Unfallverhütung das höchste Augenmerk gilt: "Wir wollen nicht die Zahl der Unfälle reduzieren, wir wollen es erst gar nicht zu Unfällen kommen lassen." Weshalb die sieben Auszubildenden und 56 Mitarbeiter des Forstamts in Sachen Unfallverhütung ständig geschult würden.
Was im Übrigen auch für die zahlreichen Unternehmen gelte, die für das Forstamt unter anderem in der Brennholzvermarktung tätig sind.
Dass man hierfür Unternehmen einsetze und das Holz nicht mehr wie früher direkt an Privatleute verkaufe, sei nicht nur der Unfallvermeidung geschuldet: "Wir wollen sicherstellen, dass auch noch genügend Totholz im Forst verbleibt", sagt Bartmann und weist darauf hin, dass so die Nährstoffe im Laub und den kleineren Zweigen wieder dem Waldboden zugeführt werden.
Auf dem Rückweg kommt die Gruppe am Stand eines Falkners vorbei. Nicht nur für die Kinder ist das ein echter Höhepunkt, denn wo sonst bietet sich schon die Gelegenheit, einen Greifvogel mal ganz aus der Nähe betrachten zu können? flo