Wohnhäuser statt Lagerhalle

In Gewerbegebieten kann es schon einmal laut werden. Wohnhäuser sind dort eher die Ausnahme. Auf der Frankenhöhe bei Aach-Hohensonne sollen Wohnen und Gewerbe nun zum Regelfall werden.

Aach-Hohensonne Nebenan sind jahrelang Särge geschreinert worden. Auf der gegenüberliegenden Seite werden Baumaschinen repariert. Noch nicht einmal verschiedene Straßen gibt es dort, wo Konrad Billen ein Baugebiet entwickeln will. "Ich denke, dass die Grundstücke und Häuser gut vermarktet werden können", sagt der Unternehmer über das geplante Neubaugebiet Frankenhöhe nur wenige Hundert Meter entfernt von der B 51. Es liegt - um es noch genauer zu sagen - unweit von Aach-Hohensonne und gehört zum Ortsteil Kersch.
Gegen die Pläne Billens, der mit einen Investitionssumme im siebenstelligen Bereich rechnet, wendet sich Stephan Nöhl. Der Unternehmer lebt und arbeitet in Sichtweite des geplanten Gebiets, auf dem derzeit noch die Reste einer Halle stehen. Nöhl betreibt eine Werkstatt, in der unter anderem Baumaschinen und Traktoren repariert werden. Er fürchtet, dass er das irgendwann nicht mehr im gewohnten Umfang tun kann, wenn in der Nachbarschaft ein Wohngebiet entstanden ist.
Bisher können Nöhl und andere Gewebetreibende nahezu ungestört arbeiten, weil die Frankenhöhe ein in den 1970er Jahren entstandenes Gewerbegebiet ist, in dem mehr Lärm erlaubt ist als in normalen Wohngebieten. Wohnhäuser waren ursprünglich nur im Zusammenhang mit Betrieben möglich. Das soll sich nun ändern. Denn der Ortsgemeinderat Ralingen hat sich einstimmig für ein neues Wohngebiet auf der Frankenhöhe in der Nähe von Aach-Neuhaus ausgesprochen. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Oswald Disch hat sich das Gremium dafür ausgesprochen, die Zahl der Wohnungen pro Doppelhaushälfte auf zwei zu beschränken.
Gegen das Wohngebiet wendet sich ein Nachbar. Nicht zuletzt deshalb, weil der Ortsbeirat Kersch sich für das Projekt ausgesprochen hatte.
Nöhl ist der Meinung, dass einige Kommunalpolitiker nicht ausreichend informiert worden sind. Deshalb hatte er ein Schreiben verfasst, in dem er auf Probleme und negative Folgen hinweist. So glaubt Nöhl unter anderem, dass die noch vorhandenen Gewerbeimmobilien nur noch schlecht verkauft werden können, wenn erst einmal die ersten Familien eingezogen sind.
Diesen Befürchtungen widerspricht Konrad Billen, der Stephan Nöhl schon seit Jahren kennt. Billen hat einen Handel für Baumaschinen in Fließem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) aufgebaut, die Firma Nöhl hat einen Teil der Maschinen repariert.
Aufgrund der Bedenken Nöhls sei eigens ein Lärmschutzgutachten erstellt worden, sagt Billen. Das habe Konsequenzen für den neuen Bebauungsplan gehabt. Unter anderem soll eine drei Meter hohe Schallschutzwand errichtet werden. Billen geht davon aus, dass alle Bedenken ausgeräumt worden sind. Er will im Herbst mit den Erschließungsarbeiten beginnen. Bis dahin soll dann auch die Halle im Gewerbegebiet verschwunden sein, in deren Nähe früher Särge geschreinert worden sind und wo es weiterhin keine verschiedenen Straßen gibt.