Wohnqualität soll besser werden

Der vom Gewerbeverein Ehrang-Quint beauftragte private Wachdienst wird weiter eingesetzt, um zur gewünschten Ruhe und Sicherheit im Stadtteil beizutragen. Gegen den vom Ortsbeirat ins Auge gefassten neuen Rastplatz an der B 53 regt sich Widerstand.

Trier-Ehrang. Wenn sich städteplanerisch nichts ändert, wird sich die Situation im Ortskern von Ehrang nicht dauerhaft beruhigen. Diese Auffassung vertrat der Leiter der Polizei-Inspektion (PI) Schweich, Roman Kierok, bei einem Informationsbesuch im Ortsbeirat auf Antrag der SPD-Fraktion. Seit Jahren sei der Bereich ein sozialer Brennpunkt. Die Anwohner beklagten Lärm, Beleidigungen oder Sachbeschädigungen. Oft stünden junge Leute aber nur zusammen. "Die sind dann vielleicht laut, aber nicht straffällig. Da gibt es keine Rechtsgrundlage für die Polizei, einzuschreiten und einen Platzverweis auszusprechen", erklärte Kierok.

Anhand der Einsatzberichte eines Tages belegte er die wiederholte Präsenz der Polizei. Vermehrt Fußstreifen einzusetzen, wie Leo Gohr (SPD) anregte, sei personell nicht machbar, stellte Kierok fest: "Den Polizisten an der Ecke wird es nicht mehr geben."

Die PI Schweich betreut rund 65 000 Einwohner. Der eigentlich für den Stadtteil eingeplante Bezirksbeamte Bernd Marmann sei überwiegend mit Schreibtischarbeit eingedeckt:

Appell ans Land: Mehr Polizisten gefordert



Sie müssen die Stadtverantwortlichen darauf hinweisen, dass die Wohnqualität immer schlechter wird", appellierte Kierok an den Ortsbeirat. "Wenn sich an der Bevölkerungsstruktur im Ortskern nichts ändert, sehe ich schwarz."

Auf Vorschlag von Horst Lorig (SPD) beschloss der Ortsbeirat mehrheitlich, energisch an die Landesregierung zu appellieren, dass die PI Schweich personell besser ausgestattet werden muss. Werner Loch, Vorsitzender des Gewerbevereins Ehrang-Quint, kündigte an, den privaten Sicherheitsdienst vorläufig weiter einzusetzen. Die Streifen seien täglich zu unterschiedlichen Uhrzeiten unterwegs. "Seitdem ist keine Beschwerde mehr von Geschäftsleuten zu mir vorgedrungen", sagte Loch. Mittlerweile treffen sich Jugendliche unter anderem in der Servaisstraße, in den Gärten am Bahndamm und auf dem Velter-Spielplatz.

Gegen die Idee des Ortsbeirats, an der B 53/Laacher Weg einen Rastplatz zu schaffen, äußert eine "Gemeinschaft der Anlieger Laacher Weg/Radweg" Bedenken. Rund 30 Haushalte haben einen Brief unterzeichnet. "Viele haben auf eigene Kosten hier zu einer lebens- und liebenswerten Wohnlage beigetragen", heißt es in dem Schreiben. Sie befürchten eine erhöhte Ruhestörung durch Feiernde. Ihr Gegenvorschlag für einen Treffpunkt: ein Platz unter der Ehranger Autobahnbrücke.

"Unter der Brücke wäre das vermutlich rechtlich gar nicht zulässig", wendet Ortsvorsteher Günther Merzkirch ein. Der mögliche Rastplatz an der B 53 liege deutlich abseits der Wohnhäuser und sei nicht speziell für junge Leute, sondern auch für Spaziergänger und Radfahrer gedacht.