Wolf im Schafspelz
Zum Bericht "Prost! Der Löwe ist los" über die Situation der Biergärten in Trier erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:
In einem kann man Roland Morgen uneingeschränkt Recht geben: Die Zielgruppe der Ü-40er wurde bislang vernachlässigt. Allerdings kann man nicht von einer "Renaissance des Trierer Löwenbräus" sprechen. War es nicht der Karlsbergverbund, der die Löwenbrauerei übernahm und dann schloss, um im Trierer Raum Marktanteile zu übernehmen und um ein Gegengewicht zum Eifel-Konkurrenten Bitburger zu bilden? Der Löwe ist nicht los! Denn erst fielen die Heuschrecken aus Homburg über den Trierer Löwen her und nun kommen sie als Wolf im Schafspelz wieder, um uns glauben zu machen, der Löwe lebte noch. Trotz aller rückwärts gerichteten, romantisierten Sehnsüchte, es bleibt Fakt, dass der Löwe tot ist. Ein Löwenbier, das zu seinem Namen an der Etikettiermaschine kommt, ist alles andere als "Original Brauereiabfüllung". Als ehemaliger Trierer Löwen-Brauer weiß ich, was Trierer Brauart heißt: Aromahopfengabe, schonendes Gärverfahren im offenen Gärbottich, lange Lager- und Reifezeit und bestes Wasser aus der Riveris-Talsperre. Industriebier von der Saar hat mit dieser alten Handwerkskunst nur noch wenig zu tun.Erik Schneider, Meerbusch gastronomie