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Wolfgang Ernst aus Trier ist District Governor der Lions Clubs

Engagement : „Wir sind kein Businessclub“ - Wolfgang Ernst aus Trier ist District Governor der Lions Clubs

Wolfgang Ernst aus Trier hat ein besonderes Ehrenamt: Für 365 Tage ist er District Governor der Lions Clubs und hat viel zu tun.

Früher konnte man in einem Serviceclub wie den Lions nur Mitglied werden, wenn man vorgeschlagen wurde. „Das ist heute anders, man kann auch anfragen“, sagt Wolfgang Ernst. Er selbst habe auch Gespräche mit seinem Club, den Lions Trier-Basilika, gesucht. Man habe sich gegenseitig kennengelernt und geschaut, ob es passe, erinnert er sich. Wer aufgenommen wird, muss ein paar Kriterien erfüllen: „Einen guten Leumund haben, eine Persönlichkeit darstellen, sich der Idee der Lions verpflichten und ehrenamtlich tätig sein wollen“, zählt Ernst einige Voraussetzungen auf, um dabei sein zu können.

Offenbar hat es sogar sehr gut zwischen ihm und den Lions gepasst, denn seit  1. Juli hat der Wahl-Trierer, der im Sauerland geboren wurde, ein besonderes Ehrenamt inne: Ernst ist Lions Distrikt Governor, er managt den Distrikt 111 Mitte-Süd, einen Bereich von Remagen bis Bad Bergzabern, steht 115 Clubs mit insgesamt rund 4200 Lions und 200 Leos vor.

Lions steht für Liberty, Intelligence, Our Nation Safety – Liberty und Intelligence kann man exakt aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen, in Freiheit und Intelligenz. Nation steht nicht für Staat, sondern für die gemeinsame Sprache, Geschichte und Kultur. Und Sicherheit meint, laut dem Handbuch für Lions, eine mit der Hilfe der Clubs freiheitlich und sozial gestärkte Lebenssicherheit, basierend auf ethischen Grundsätzen. Leos nennt sich der Nachwuchs, die 16- bis 30-Jährigen. Sie möchte Ernst als Distrikt Governor besonders fördern. Dazu später mehr ...

Im Gespräch mit dem Volksfreund sagt der Wirtschaftsprüfer, der in Deutschland und Luxemburg arbeitet: „Wir sind kein Businessclub.“ Der Schwerpunkt sei, sich zu engagieren. Die Liste der guten Taten ist beeindruckend lang: Die Lions engagieren sich lokal und weltweit – viele Trierer kennen die Adventskalender, deren Erlös sozialen Einrichtungen vor Ort zu Gute kommen oder der Serviceclub unterstützt den  Bau eines Trinkwasserbrunnens in  Äthiopien.

Vor knapp zwei Monaten hat Ernst das Amt von seinem Vorgänger Jean-Michel Postorino übernommen. Rituale wie man sie von den Freimaurern kenne, gebe es nicht, sagt er. Aber es sei sehr feierlich gewesen. Zum Programm gehörten unter anderem Grußworte der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu  Dreyer und der Bürgermeisterin Elvira Garbes, Vorträge  über die Lions und Europa und über das Schammatdorf, ein inklusives Wohnprojekt in Trier. Dort hatte die Amtseinführung auch stattgefunden.

„Gemeinsam für unsere Welt“, lautet das Motto des 52-Jährigen, der gerne auch mal die Krawatte weglässt. „Man sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren“, begründet er. Weltweit wäre Ernst oft als Distrikt Governor unterwegs, gäbe es gerade nicht die Pandemie. „Vieles findet online oder hybrid statt“, sagt er. Reine Online-Veranstaltungen hält er auf Dauer aber nicht für zielführend.

Sind die Lions ein Elitenetzwerk? „Lange war das so, aber die Entstehungsgeschichte ist in dieser Form nicht mehr so schlagend“, sagt Ernst. Die Lions spiegelten Berufsbereiche der Gesellschaft wider. In seinem Club seien hauptsächlich Unternehmer, Ärzte, Rechtsanwälte. „Zu wenige Handwerker“, findet er. Seit Ende der 1980er Jahre werden Frauen aufgenommen, heute gibt es gemischte, reine Herren- und Frauenclubs, etwa in Wittlich. Bis zu 1000 Stunden wird Ernst sich bis Juli 2021 in seiner neuen Funktion für andere engagieren: An Sitzungen und Vorträgen mit hochkarätigen Referenten teilnehmen, zwei Mal im Monat seinen Club treffen, um nur einiges zu nennen, was er freiwillig leisten wird.

An der Saarschleife hat er kürzlich ein Blindentastmodell enthüllt, sein erster offizieller Auftritt als Distrikt Governor. Wichtig ist Ernst, der Betriebswirtschaftslehre in Deutschland und Amerika studiert hat, zu schauen: „Wie bekomme ich die Leos zu den Lions?“ Denn nur fünf Prozent wechselten.   Dies sei meist einem Umzug nach dem Studium geschuldet. Auch die Homepage möchte er verjüngen und aktiver in den sozialen Netzwerken sein. Für den in Trier-Ost lebenden Ernst heißt all dies: Fast jedes Wochenende für die Lions unterwegs zu sein.