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Wolfgang Reiland einziger Kandidat

Wolfgang Reiland einziger Kandidat

Jetzt ist es amtlich: Trier-Lands Bürgermeister Wolfgang Reiland (CDU) ist bei der Bürgermeisterwahl am 13. Juni ohne Gegenkandidat. Bis Ende der Bewerbungsfrist (gestern 18 Uhr) hat sich kein Interessent gemeldet.

Trier. (alf) Wie es aussieht, heißt der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land genauso wie der alte: Wolfgang Reiland (52). Der Amtsinhaber, von der CDU nominiert, war zum Ablauf der Bewerbungsfrist gestern Abend um 18 Uhr der einzige Bewerber für die Wahl am Sonntag, 13. Juni. Das bestätigte Wahlleiter Herbert Feltes, erster Beigeordneter der VG Trier-Land. Es seien weder Wahlvorschläge von Parteien eingegangen noch hätten sich Einzelbewerber gemeldet. Damit steht fest, dass Wolfgang Reiland der erste von den Bürgern gewählte Bürgermeister von Trier-Land ist, der zur Wiederwahl antritt. Reiland ist seit sieben Jahren im Amt. 2003 hatte er sich mit 68,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt und trat damit die Nachfolge von Bernhard Kaster an, der 2002 in den Bundestag gewählt worden war. Reiland reicht am 13. Juni die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung spielt dabei keine Rolle. Wahlberechtigt sind rund 17 500 Personen.

Dass sich kein Gegenkandidat gefunden hat, wertet der Verwaltungschef als "Vertrauensbeweis für meine Arbeit". Er ist sich aber auch bewusst, dass es schwer sein wird, an diesem Termin die Wähler zu mobilisieren. Außer der Bürgermeisterwahl steht sonst keine Wahl an. Reiland: "Eine breite Legitimation zu erzielen, ist mir wichtig."

Aprilscherz: Bewerbung aus Thüringen in der Post



Auf eine breitflächige Plakatierung möchte der Einzelkandidat weitgehend verzichten, stattdessen will er Flyer verteilen und Hausbesuche machen. Es ist so, dass die Kandidaten selbst für ihren Wahlkampf aufkommen müssen - die Verbandsgemeinde zahlt nur für die Durchführung der Wahl. Einige von Reilands Mitarbeitern im Rathaus hatten sich am 1. April einen Scherz erlaubt, der wohl kurzzeitig den Adrenalinspiegel ihres Chefs in die Höhe getrieben haben dürfte: In der Post befand sich an diesem Tag ein Umschlag mit einer "Bewerbung". Der Mann aus Thüringen, gutaussehend, warf als Grünen-Kandidat seinen Hut in den Ring und hatte ähnliche Hobbys wie Reiland. Unter anderem outete er sich als Mundartfreund und Volksmusik-Liebhaber.

Meinung

Das Bayern-Syndrom

Die Situation von Bürgermeister Wolfgang Reiland ist ähnlich komfortabel wie die von Bayern München. Beide müssen zwar noch antreten, brauchen aber keine Konkurrenz zu fürchten: Die Bayern stehen vor dem Titelgewinn in der Fußball-Bundesliga, Reiland ist bei der Wahl am 13. Juni ohne Gegenkandidat der Sieg nicht zu nehmen. Das heißt aber nicht, dass sich die Fußballer - genauso wie der Bürgermeister - nicht noch blamieren könnten. Die Bayern wollen sich nicht mit einer Niederlage aus der Saison verabschieden, Trier-Lands Bürgermeister will nicht mit der Hypothek einer geringen Wahlbeteiligung in eine neue Amtszeit gehen. Dass es ohne parallel laufende Bundes- oder Landeswahlen nicht einfach ist, die Bürger zu mobilisieren, hat Werner Klöckner aus der VG Daun schmerzlich erfahren müssen. Gerade mal 26 Prozent der Wahlberechtigten gingen dort zur Urne. a.follmann@volksfreund.de