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Wolfgang Reilands Abschied aus der Politik - und dessen Folgen

Kommunalwahl : Wenn ein Abschied die Arbeit bestimmt

Der früh feststehende Fortgang von Bürgermeister Wolfgang Reiland hat die Politik in der Verbandsgemeinde Trier-Land beeinflusst. Eine Bilanz vor der Kommunalwahl.

Im politischen System der Vereinigten Staaten gibt es den Begriff Lame Duck, was so viel heißt wie lahme Ente. Die Verbandsgemeinde Trier-Land hat zwar nicht gerade die politische Bedeutung der USA. Dass Bürgermeister Wolfgang Reiland (CDU) bereits im Februar 2017 angekündigt hat, 2018 nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten, hat allerdings sicherlich dazu beigetragen, dass es in vielen Bereichen der VG in den vergangenen Monaten nicht gerade mit Riesenschritten vorwärtsgegangen ist. Und die personellen Querelen rund um die Wahlen im Sommer 2018 wirken weiter.

Es gibt jedoch auch Themen, wo man in der Verbandsgemeinde vorangekommen ist. Hervorzuheben ist dabei die Feuerwehrbedarfsplanung. Dieser Plan ist die Richtschnur für die Modernisierung des Wagenparks der Feuerwehren. Und ein Thema mit großem Erregungspotenzial. Zeitweise verging keine Sitzung des VG-Rats, ohne dass zahlreiche Feuerwehrleute im Zuschauerraum gesessen haben. Denn offensichtlich waren viele Helfer mit der im Vergleich mit anderen Verbandsgemeinden eher knäpplichen Ausstattung der Trier-Land-Wehren unzufrieden.

Auch beim Thema Grundschulen ist viel getan worden. Für zusätzliche Klassenräume in Trierweiler war die VG sogar bereit, gegen die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier zu klagen, weil diese sich gegen eine im Umfang größere Erweiterung sperrte.

Beim Thema Bau hatten die Verantwortlichen teilweise ein weniger glückliches Händchen. Bei der Erweiterung der Feuerwehreinsatzzentrale in Welschbillig schienen zeitweilig Planungen und Kosten vollkommen aus dem Ruder zu laufen. Auch die mehrere Jahre lang debattierte Sanierung der Turnhalle Kordel endete fast im Desaster, weil Handwerkern und/oder Planer bei der Ausführung Fehler gemacht haben.

Der Ärger über die monatelange Hallensanierung ist jedoch nichts gegen die personellen Querelen innerhalb der CDU, die teilweise offen ausgetragen wurden. Nachdem Christdemokrat Lothar Zengerling in der Stichwahl gegen den inzwischen amtierenden Bürgermeister Michael Holstein unterlegen war, sind die Parteigranden Oswald Disch und Alexander Bohr gehörig aneinandergeraten. Disch wollte nicht mehr mit Bohr auf eine Liste für die Wahlen zum Verbandsgemeinderat. Bohr unterlag bei der Aufstellung der CDU-Liste für den Kreistag gegen einen Konkurrenten aus dem eigenen Gemeindeverband und trat aus der Partei aus. Und mit Winfried Bindges ist ein langjähriges Ratsmitglied zu den Freien Wählern gewechselt.

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Logo_Kommunalwahl_2019 Foto: TV/Lambrecht, Jana

Die nächste Sitzung des Verbandsgemeinderats Trier-Land beginnt am Mittwoch, 17. April, um 18 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land. Bürgermeister Michael Holstein wird dabei unter anderem Marco Bamberg (Freie Wähler) als neues Ratsmitglied verpflichten. Bamberg rückt für Holstein nach dessen Wahl zum Bürgermeister ins Gremium nach.