| 20:35 Uhr

Wood-Passion rührt Konzertbesucher

 Konzentriert und engagiert: Der Kirchenchor Kordel singt die Markus-Passion des englischen Komponisten Charles Wood. Foto: funkbild
Konzentriert und engagiert: Der Kirchenchor Kordel singt die Markus-Passion des englischen Komponisten Charles Wood. Foto: funkbild
Kordel. Für sein Abschlusskonzert zum 140-jährigen Bestehen hat der Kirchenchor Cäcilia Kordel ein hierzulande nahezu unbekanntes Werk ausgesucht: die Markus-Passion von Charles Wood. Am Palmsonntag rührt es die Konzertbesucher in der Kordeler Kirche.

Kordel. Das etwa einstündige Werk von Charles Wood entstand im Jahr 1920 und wurde 1922 in der Karwoche im britischen Cambridge uraufgeführt. Die Übertragung ins Deutsche hat der Kordeler Chorsänger Axel Jung übernommen. So war dieses Konzert in der Kordeler Kirche die deutschsprachige Erstaufführung von Woods Passion. Der Tenor singt in der Markus-Passion traditionell die Rolle des Evangelisten, wird darin aber einige Male vom Chor abgelöst, der dann die Erzählung der Passionsgeschichte übernimmt und sich damit nicht auf die Darstellung der Volksmenge beschränkt.
Domkantor Thomas Kiefer überzeugte als Evangelist mit beispielhaft klarer Diktion. Souverän führte er durch das Geschehen. Chorleiter Ulrich Krupp gestaltete die Christusworte mit einer derartigen Intensität, dass er sowohl die Konzertbesucher vollkommen in seinen Bann zog als auch den Kirchenchor Kordel zu Höchstleistungen animierte. Mit ihrem Sopransolo über dem Choral "Ich liebe Jesum alle Stund" war Veronika Still maßgeblich daran beteiligt, dass nicht wenige Konzertbesucher die Kirche am Ende mit feuchten Augen verlassen haben. Eine wichtige Rolle hat Charles Wood der Orgel zugedacht. Ihr Spiel geht weit über ein bloßes Begleiten des Gesangs hin aus. Organist Marcus Adams, der das Konzert mit Edward Elgars "Sursum Corda" eröffnete, erzeugte Stimmungen von Kontemplation bis zur Raserei, vom Trauermarsch bis zum feierlichen Hymnus. Die Conacher-Fasen-Orgel in der Kordeler Amanduskirche ist in ihrem breiten Spektrum unterschiedlicher Klangfarben wie geschaffen für dieses Werk. Am Ende des Konzerts herrschte zunächst eine ergriffene Stille, bevor sich die Konzertbesucher mit minutenlangem Applaus bei den Ausführenden bedankten. red