Worte informieren - Bilder bewegen

Worte informieren - Bilder bewegen

"Was bleibt" ist der literarisch musikalische Abend überschrieben, mit dem der Verein "Kultur in Schweich" die große Fotoausstellung von Eva Sonne-Krings und Richard Krings in der bis auf den letzten Platz besetzten Schweicher Synagoge eröffnet hat.

Schweich. Während einige Neugierige schon einmal die 40 großformatigen Fotografien von Eva Sonne-Krings und Richard Krings in der Vorhalle der Schweicher Synagoge auf sich wirken ließen, hat ein vielköpfiges Publikum gebannt Johannes Metzdorf-Schmithüsen zugehört, der Bertold Brechts Kinderhymne einfühlsam rezitierte.

Seine beinahe schon dramaturgische Intonation der Texte von Hüsch, Kästner und Tucholsky, die Krieg und Holocaust in Bildern lebendig werden ließen, beeindruckte die Zuhörer.

Da hatte es Angelika Schmid vom Theater Trier mit von Georg Weege am Klavier begleiteten Liedern von Hanns Eisler schon schwieriger. Die teils sehr spezielle, sperrige Musik erschloss sich nur aus den Texten, die im Programmheft nachzulesen waren.

Musik und Wort schlugen indes die Brücke zur Fotoausstellung "Was bleibt".

Die beiden Fotografen, das Ehepaar Krings, haben ihr ganz "privates Erinnern" an Geschichte und Politik, an Tod und Krieg in fünf Jahren und 40 ausgesuchten packenden Bildern zusammengetragen. "Wir wollten wissen, was heute noch bei uns und in anderen Ländern geblieben ist von Holocaust und Krieg", sagt Eva Sonne-Krings im Gespräch mit dem TV. "Wir sind auf Spurensuche gegangen, in welcher Art und Weise das Erinnern in unterschiedlichen Kulturen gestaltet wird."

So sind Bilder von Friedhöfen und Gräbern zu sehen, die in unmittelbarer Beziehung zum Zweiten Weltkrieg stehen, Bilder von orthodoxer Bestattungskultur, von ethnografischen Gräbern, jüdischen Friedhöfen und muslimischen Grabsteinen. Worte informieren, Bilder bewegen - das zeigt die Ausstellung sehr eindringlich.

Für die Fotografen Eva und Richard Krings gehört der Besuch des Friedhofs auf ihren Reisen einfach dazu, um mehr über das Land und seine Menschen zu erfahren.

Die Fotoausstellung gibt da ein lebendiges Zeitzeugnis von dem, was Erinnern an Geschichte und Politik sein kann.

Besonders eindrucksvoll das Foto des mit Efeu überrankten Engels aus Stein. "Ein Sinnbild, dass sich die Natur am Ende doch alle Erinnerungen zurückholt!", sagt die Fotografin und lächelt. sbn

Die Ausstellung ist bis 14. April in der Synagoge zu sehen, Dienstag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr.

Mehr von Volksfreund