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Xynthia hinterlässt eine Spur der Verwüstung

Xynthia hinterlässt eine Spur der Verwüstung

Von Ruhe nach dem Sturm konnte gestern keine Rede sein. Aufräumen, was Xynthia am Sonntag angerichtet hatte, lautete die Devise. Die Bilanz im Kreis: Niemand ist ernsthaft verletzt, aber der angerichtete Sachschaden ist beträchtlich.

Konz/Saarburg/Hermeskeil. Xynthia hat ganze Arbeit geleistet: Kaum einer der mehr als 100 Orte im Kreis blieb verschont, als am Sonntag das Orkantief über Eifel, Mosel, Saargau und Hochwald hinwegfegte. "Es sind extrem viele Bäume umgestürzt, weil der Boden so feucht war", sagt Kreisfeuerwehrinspekteur Ortwin Neuschwander, der mit der Führungsgruppe die Einsätze im Kreishaus koordinierte. 70 Feuerwehren mit mindestens 1200 Wehrleuten und 100 THW-Helfern waren pausenlos im Einsatz, es "brannte" an allen Ecken und Enden.

In Konz-Könen stürzten gleich mehrere schwere Bäume auf einen Bungalow. Einem Feuerwehrmann aus Könen fiel just in dem Moment ein Baum auf sein Auto, als er gerade zum nächsten Einsatzort fahren wollte. Er blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

Mehrere Fahrzeuge waren zeitweise auf der B 422 zwischen Kordel und Welschbillig zwischen über der Fahrbahn liegenden Bäumen eingeschlossen. Zu den Betroffenen gehörte auch eine Einsatzgruppe um den Wehrleiter von Trier-Land, Peter Heinz.

Umgestürzte Bäume bescherten den Grundschülern aus Tawern gestern einen freien Tag - die Bundesstraße 51 war weder aus Richtung Saarburg noch aus Konz passierbar.

Seilbahnbetreiber: Muss wieder von vorne anfangen



In Saarburg erwischte es die Seilbahn am heftigsten. Zehn Bäume seien im Steilhang auf die Seile gekracht, berichtet Betriebsleiter Alois Marx. Ob die Bahn, die von der Stadt zum Warsberg hochführt, jetzt wie geplant am 27. März öffnen kann, ist fraglich. Marx: "Die Winterarbeiten waren gerade fertig, die Seile erneuert. Jetzt kann ich wieder von vorne anfangen." Zwischen Wellen und Nittel drohte am Sonntagnachmittag durch den Stromausfall der Bahntunnel voll Wasser zu laufen. Es musste ein Notstromaggregat herangeschafft werden, damit die Pumpen wieder arbeiten konnten.

Scheune in Lorich bricht zusammen



Welche Kraft die teilweise bis zu 130 Kilometer pro Stunde schnellen Windböen entfalteten, zeigte sich in Pluwig. Dort wurde das Dach eines Supermarkts teilweise abgedeckt, in Metzdorf (Sauer) flogen Dachziegel eines Wohnhauses durch die Gegend und im Eifelörtchen Lorich brachte der Sturm eine komplette Scheune zu Fall.

Kein Pardon hatte Xynthia auch mit der Finnenbahn auf der Moselhöhe zwischen Pölich und Mehring. Auf den Laufparcours aus Holzhackschnitzeln stürzten etwa 50 Tannenbäume. Ein Fitnessgerät wurde beschädigt. Für Samstag sind freiwillige Helfer zum Räumdienst aufgerufen.

Auch im Hochwald sorgte das Orkantief für zahlreiche Einsätze. Bei Greimerath wurde das Dach des Marienhofs abgedeckt, im Ort selbst war der Strom für fünf Stunden weg, weil an der B 268 beim Panzhaus ein umgestürzter Baum einen Kurzschluss verursacht hatte. Die Kreisstraße 139 zwischen der B 407 und Greimerath sei wahrscheinlich bis Mittwoch gesperrt, sagt Arnold Eiden von der Straßenmeisterei Hermeskeil. Bis Mittwoch könnte es auch mit der Freigabe der Landesstraße 43 zwischen Butz weiler und Kordel dauern, im Verlauf des heutigen Tages soll die L 133 (Taben-Kollesleuken-Freudenburg) wieder befahrbar sein.

Ansonsten sind heute im Kreis keine Behinderungen durch gesperrte Straßen zu erwarten, auch die Stromversorgung ist wieder hergestellt.

Das Ausmaß der Schäden im Wald ist noch offen. Ähnlich wie Orkan Kyrill vor zwei Jahren, schätzt Gerhard Reinert vom Forstamt Saarburg, aber nicht so schlimm wie Vivian und Wiebke vor 20 Jahren. Das Forstamt Trier weist darauf hin, dass es auch in den nächsten Tagen noch gefährlich sein kann, im Wald spazieren zu gehen oder zu joggen. Im Wurzelwerk beschädigte Bäume könnten auch bei Windstille umfallen, ebenso könnten abgerissene Äste aus großer Höhe herunterfallen, warnt Forstdirektor Gundolf Bartmann.