Zackig und zack-zack

Er war 35 Jahre Geschäftsführer der Trierer Malteser, hat Hilfseinsätze und Wallfahrten organisiert, ist engagiert und stets zur Stelle, wo Not am Mann ist: Jürgen Schmitt wurde vergangene Woche von Sozialministerin Malu Dreyer in Mainz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

Ehrang. (gsb) Der Mann steht unter Dampf: Eben noch war er in seiner Sprechstunde als Patientenfürsprecher im Marienkrankenhaus, am Freitag ist er schon unterwegs als Einsatzleiter bei der Marienwallfahrt in Medjugorie/Bosnien-Herzegowina. Jürgen Schmitt, ehemaliger Geschäftsführer der Malteser, erhielt vergangene Woche für seinen Einsatz das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die Nachkriegszeit prägte ihn, lehrte Teilen und Nächstenliebe. Zu den Maltesern kam er, als bei der Heilig-Rock-Wallfahrt 1959 ehrenamtliche Helfer gesucht wurden.Als gelernter Großhandelskaufmann und Betriebswirt heuerte er 1964 bei den Maltesern als hauptamtlicher Kaufmann an. "Ich mach das mal zwei Jahre", hieß es damals. Aus der Testphase wurden 35 Jahre. "Es war spannend, aber man konnte auch viel bewegen", sagt der 66-Jährige und macht dafür das gute Mannschaftsteam verantwortlich. Auch Ehefrau Anita war immer miteingebunden.Mit 150 hauptamtlichen Leuten, in einer riesigen Diözese mit den meisten Malteser-Gliederungen Deutschlands, die von Saarbrücken bis an die Sieg reicht, konnte Schmitt in der Tat viel bewegen.Einsätze in Lourdes und Budapest

Zum Beispiel innerhalb von sechs Stunden die Heimfahrt von 55 schwer- und liegend Kranken von Lourdes organisieren. Oder im August 1989: Auf abenteuerlichen Wegen besorgte er einen spanischen Lastwagen, um hunderte von Betten und Matratzen für 2 000 DDR-Flüchtlinge in Budapest zu verladen. Auch dieser Einsatz klappte, genauso wie Romwallfahrten mit Rollstuhlfahrern, Einsätze bei Hochwasser oder Waldbrand."Der Schmitt macht das alles zack-zack", habe der Malteser-Präsident über ihn gesagt. Wobei Schmitt, jetzt ehrenamtlicher Stadtbeauftragter für die Trierer Malteser, seit seinem "Ruhestand" noch in vielen neuen Funktionen auf Zack ist: Fahrten für die Trierer Tafel, Seniorenbeauftragter in Ehrang/Quint, Arbeit im Pfarrgemeinderat. "Setz dich erst mal hin", habe ihn seine Frau mit der Nachricht überrascht, dass er das Verdienstkreuz erhalten solle. Die Auszeichnung am vergangenen Donnerstag im Beisein der Familie habe ihn schon gefreut. Von einer Pflicht entbindet ihn die Ehrung allerdings nicht: Das freitägliche Putzen zu Hause muss er, Verdienstkreuz hin oder her, dennoch weitermachen, lacht er.

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