1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Zahl der Unfälle mit Radfahrern steigt im Raum Trier und Schweich

Verkehr : Radfahrer leben zunehmend gefährlich

Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt, dass Zweiradfahrer nicht nur Opfer sind und sich Fahrerflucht nicht lohnt.

Die positive Zahl vorneweg. Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der Polizeinspektionen (PI) Trier und Schweich hat 2018 kein Mensch bei Unfällen sein Leben verloren. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist gesunken. Von 137 auf 116. Die Zahl der Leichtverletzten stieg hingegen von 616 auf 659. Das geht aus den Unfallstatistiken hervor, die deutlich aufzeigen, wo Verkehrsteilnehmer durch ihr Verhalten Schaden anrichten. Rund 5900 Mal hat es in Trier und im Raum Schweich gekracht. Das ist etwas mehr als 2017.

Radfahrer 192-Mal sind Radfahrer an Unfällen beteiligt gewesen. Besonders stark ist die Zahl in Zuständigkeitsbereich der Trierer Beamten gestiegen. Und zwar von 134 auf 158. Dabei sind 113 Menschen verletzt worden. Wer nun denkt, dass die Radler immer nur die Opfer rücksichtsloser Autofahrer wurden, der hat sich getäuscht. Bei etwas mehr als 50 Prozent der Fälle sind laut Polizei die Radfahrer die Verursacher gewesen. „Das ist um so bedenklicher, als bei Zusammenstößen zwischen Fahrrad und PKW der Fahrradfahrer meist verletzt wird“, heißt es im Trierer Bericht. Hauptunfallursachen war die Nutzung von Bürgersteigen oder Fußgängerüberwegen sowie das falsche Einfahren in den fließenden Verkehr.

Raserei und Parkrempler So etwas wie ein Klassiker bei den Unfallursachen ist der fehlende Sicherheitsabstand. Der liegt im städtischen Umfeld etwas höher als auf dem Land, macht jedoch im Durchschnitt mehr als ein Drittel der Gesamtzahl der Unfälle aus. Unter diese Rubrik fallen laut Polizeiinspektion Schweich auch sogenannte Parkrempler beim Aus- und Einparken.

Die Zahl der Unfälle aufgrund von Geschwindigkeit ist in Schweich und Trier mit 121 und 128 nahezu gleich. Angesichts der Tatsache, dass die Trierer Polizei insgesamt knapp 4300 Unfälle verzeichnet hat und die Schweicher Polizei knapp 1700, wird deutlich, dass im ländlichen Raum mehr gerast wird. Um es noch genauer zu machen: Rund 70 Prozent der Raserunfälle im Schweicher Beritt haben sich außerorts ereignet.

Alt und Jung Es gibt wohl keine Polizeiinspektion, die sich nicht um die jungen Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren sorgt. Denn die sind vergleichsweise oft an Unfällen beteiligt. Insgesamt 1380 Mal. Das ist leicht weniger als im Vorjahr. Ob dieser Rückgang etwas mit dem demografischen Wandel zu tun hat oder damit, dass junge Fahrer vernünftiger geworden sind, bleibt offen. Sicher ist, dass die Zahl der älteren Verkehrsteilnehmer kontinuierlich steigt. Und so steigt auch deren Anteil am Unfallgeschehen. Die Polizei Schweich fasst das so zusammen: Während bei jungen Fahrern mangelnde Fahrpraxis, Selbstüberschätzung und Risikobereitschaft die Probleme sind, sind es bei den Senioren eher Defizite beim Ein-, Aus- und Rückwärtsfahren, das Rechtsfahrgebot und die Beachtung der Vorfahrt.

Flucht lohnt sich nicht Gut 1360 Mal haben im vergangenen Jahr Unfallverursacher ihr Fehlverhalten nicht bemerkt oder haben gedacht, dass das schon keinem aufgefallen ist. Doch die Statistik zeigt, dass Unfallflucht meist kein lohnendes Geschäft ist. In Bereich der PI Schweich wurden in 49 Prozent der Fälle die Verursacher ermittelt, im Bereich der PI Trier in rund 47 Prozent. Die Konsequenzen für Ertappte sind erheblich und teils empfindlich. Sie reichen von einer Geldauflage bis hin zum Verlust des Führerscheins. Punkte in Flensburg gibt es sozusagen gratis obendrauf.

Weniger Wildunfälle Gerade im Schweicher Zuständigkeitsbereich spielen Wildunfälle eine größere Rolle. Ebenso wie im Raum Hermeskeil-Saarburg (siehe Info) ist die Zahl der Unfälle jedoch rückläufig. Um satte fünf Prozent sinkt die Schweicher Zahl auf 483. Gleichwohl rät die Polizei, in waldreichen Gebieten langsam zu fahren. Die Beamten raten dazu, nicht schneller als 60 Kilometern pro Stunde zu fahren.