Zehn Blogger treffen sich zum Instawalk im Städtischen Museum Simeonstift.

Aktion im Simeonstift : #TriererKarneval geht um die Welt

Zehn Blogger treffen sich zum Instawalk im Städtischen Museum Simeonstift. Ihr Ziel: Besucher ins Haus zur aktuellen Ausstellung zu locken.

Webautoren sind meist allein auf der Jagd nach Likes. Sie suchen Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aber manchmal kommen sie auch zusammen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. So auch am Samstag im Städtischen Museum Simeonstift. Während einer Exklusivausstellung für die Förderer des Hauses, durften sie dabei sein. Was dabei herauskommt, heißt im weltweiten Netz (www) Instawalk (siehe Info).

Dazu hatten die Macher der aktuellen Ausstellung „Die Welt steht Kopf“ eingeladen. „Wir haben damit bei der jüngst zu Ende gegangenen Mode-Ausstellung sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Kathrin Koutrakos. Die Pressesprecherin des Simeonstift-Museums betreut seit einigen Jahren die sozialen Medienkanäle des Hauses; sie twittert und kümmert sich um Instagram und Facebook. Koutrakos: „Unser Ziel ist es, auch junge Menschen bis 30 Jahre in das Museum zu locken. Da funktionieren zur Ansprache der Zielgruppe am besten die sozialen Netzwerke.“

Also hat Koutrakos kürzlich Blogger aufgerufen, sich dem Instawalk #TriererKarneval anzuschließen. Gekommen sind schließlich zehn von ihnen. Die Direktorin des Städtischen Museums Simeonstift, Elisabeth Dühr, begrüßt sie: „Ich bin gespannt, wie sie die Ausstellung sehen, welche Bilder sie von ihr verbreiten.“ Dann gibt es für jeden Teilnehmer noch Überschussware: einen Karnevalsorden aus dem Fundus des Museums.

Doch bevor es in die Ausstellung geht, stehen erst noch Bastelarbeiten an. In der Werkstatt basteln sich die Blogger für eine „Challenge“ – noch so ein Begriff der Blogosphäre – eine Karnevalsmaske. Das Wort „Challenge“ kommt aus dem Englischen und steht für „Herausforderung“ oder „Wettbewerb“. In den kommenden Tagen kann im Netz dann über die von den Bloggern gestalteten Masken abgestimmt werden. Der Blogger, der für seine Maske die meisten Likes bekommt, wird von den Ausstellungsmachern nochmal zu einer Sonderveranstaltung eingeladen.

Und plötzlich steht die Welt dann Kopf. Jeder Instawalker zieht auf eigene Faust durch die beiden Ausstellungsgeschosse, zückt Handy oder Kamera und macht Bilder von den Exponaten und – das gehört einfach dazu – Bilder von sich in der Ausstellung. Es geht den Organisatoren des Instawalks um „einen spielerischen, unvoreingenommenen Blick auf die Ausstellungsstücke“. Denn würde man die Blogger gleich auf besondere Exponate wie beispielsweise den ersten Orden der KG Heuschreck von 1853 oder auf den ab Aschermittwoch im Karzer sitzenden Narren von Carl Spitzweg (1808 bis 1885) hinweisen, würden sie möglicherweise der Agenda der Ausstellungsmacher folgen. So aber werden keine Geschichten vorgegeben, und jeder kann seine eigene erzählen.

Andrea Steffgen schleicht mit ihrer Kamera um die Ausstellungsstücke, immer auf der Suche nach der besten Perspektive. Nachts stellt sie dann noch ihre Geschichte als sogenannte Story – bei diesem Erzählformat werden die Bilder nach 24 Stunden gelöscht – auf ihrem Instagram-Account ein (@eat_shoot_love). Währenddessen prüft Kawai Chung die Qualität der Krawatten – manche seien geschmacklos, andere Relikte der 1970er Jahre oder würden sich perfekt als Stirnband eignen. Die neben den Schlipsen hängende Schere nutzt sie dann doch nicht – mit etwas Glück bleibt das gute Stück ja bis Weiberfastnacht dort unversehrt hängen. Noch schnell machen einige Kollegen von ihr ein Bild im Krawattenland, das sie demnächst bestimmt in ihrem Instagram-Blog @kawante einstellt.

Mit ihren Instagram-Blogs erreichen die zehn Blogger des Instawalks rund 5500 Menschen, die sie für die Ausstellung begeistern wollen. Wenn alles gut läuft, treten sie mit dem Hashtag #TriererKarneval eine kleine Lawine los und locken bis Aschermittwoch, 26. Februar, viele Besucher zu „Die Welt steht Kopf“. Denn Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei, auch die Werbebotschaft, die in #TriererKarneval steckt.

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