Zehn-Punkte-Programm für die Universität

Zehn-Punkte-Programm für die Universität

Die Universität Trier hat mit dem Dies academicus den Beginn des Wintersemesters 2011/2012 gefeiert. Uni-Präsident Michael Jäckel schilderte auf dem Festakt ein Programm aus zehn Punkten, um die Hochschule für die Zukunft voranzubringen.

Trier. Die 100-Tage-Regel bezeichnet in der Politik das Ende einer Schonfrist. Universitätspräsident Michael Jäckel ist seit 100 Tagen im Amt und hat nach dieser "Warmlaufphase" den akademischen Tag, den "Dies academicus" zum Anlass genommen, um Ziele für die Zukunft zu benennen.
Jäckel stellte dem Publikum im Audimax, dem größten Hörsaal der Hochschule, ein Zehn-Punkte-Programm vor, das konkrete Maßnahmen und Herausforderungen für die Universität umfasst.
Ein erster Punkt soll mehr Transparenz nach innen und außen schaffen: Ab Dezember wird es im Internet einen Newsletter der Universität Trier geben, zudem wird die Internetseite der Hochschule überarbeitet. Studenten sollen über ein elektronisches Ampelsystem auf dem Campus freie Räume und Rechner finden können.
Bessere Arbeitsbedingungen


Die Agenda des Uni-Präsidenten zielt außerdem auf die Etablierung neuer Forschungsfelder ab. In Planung ist ein Sonderforschungsbereich für Umweltwissenschaften.
Weitere Punkte umfassen die Stärkung der Attraktivität für ausländische Studierende, die Optimierung des Prüfungssystems und die Fortentwicklung des Seniorenstudiums.
Präsident Jäckel betont den Willen zur Kooperation mit Bildungs- und Wirtschaftsinstitutionen in der Region Trier. Wichtig sei vor allem die lokale Verankerung des Deutschland-Stipendiums. "Hier kann die Region Trier zeigen, ob sie hinter der Universität steht und sich engagiert", sagt Jäckel.
Die Universität müsse darauf bedacht sein, die Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu verbessern, etwa durch die Optimierung der Arbeitsbedingungen oder die Einrichtung eines Gästehauses für internationale Gastwissenschaftler.
Nach der Vorstellung des Zehn-Punkte-Programmes durch den Präsidenten sprach der Historiker Joachim Radkau von der Universität Bielefeld in seinem Festvortrag über "Geschichte und Ökologie - eine Wahlverwandtschaft".
Radkau bezeichnete in seiner Festrede die moderne Umweltbewegung als Vorreiter einer "neuen Aufklärung".
Außerdem wurden zwölf Doktoranden vom Freundeskreis der Trierer Universität für ihre herausragenden Arbeiten ausgezeichnet (siehe Extra). Diese Förderpreise für den wissenschaftlichen Nachwuchs wurden von Stiftungen, Unternehmen, der Handwerkskammer und der Stadt Trier gestiftet.

Extra

Wissenschaftlicher Nachwuchs: Jutta Bonifas (Ökotoxikologie); Cornelia Frank (Politikwissenschaft); Benjamin Laqua (Geschichte); Johanna Lass-Hennemann (Psychologie); Dominik Lermen (Biogeographie); Julian Nusser (Rechtswissenschaft); Michael Raupach (Rechtswissenschaft); Stephan Schmidt (Mathematik); Dennis Sieg (Mathematik); Christine Syrek (Psychologie); Martin Vogt (Volkswirtschaftslehre); Alexander Wagner (Rechtswissenschaft). Den Förderpreis der Universität Trier für ausländische Studierende erhielt Ani Ohanyan. Die 26-jährige Armenierin studierte von 2002 bis 2008 Wirtschaftsmakroökonomie in der armenischen Hauptstadt Yerevan. Nach einem hervorragenden Abschluss begann sie 2008 auch mit Hilfe eines Stipendienprogramms den Magister der Wirtschaft in Trier. Ani Ohanyan ist Mitglied im Autonomen Referat ausländischer Studierender im Allgemeinen Studierendenausschuss. Den Förderpreis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) erhielt Ibrahim Maiga. Er ist in Mali geboren und begann 1999 ein Studium im chinesischen Bohan. Ibrahim Maiga arbeitete an einer chinesischen Schule und als Dolmetscher für Chinesisch und Französisch. 2005 kam Ibrahim Maiga nach Deutschland und begann ein Studium der Soziologie in Trier. Zudem engagiert er sich als Vorsitzender des Vereins Afrika Fokus. maw

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