Zeitreise ins Mittelalter - Auszeit vom Alltag im Messepark - Rund 3000 Besucher erleben buntes Markttreiben

Zeitreise ins Mittelalter - Auszeit vom Alltag im Messepark - Rund 3000 Besucher erleben buntes Markttreiben

Wenn ganz normale Menschen sich Tierfelle umhängen, Met aus Trinkhörnern schlürfen und sich im Bogenschießen messen, ist es wieder so weit: In den Trierer Moselauen findet der Mittelaltermarkt Mercatus Treveris statt.

Trier. Eine Szene, wie aus dem zehnten Jahrhundert: Finnvaror Ruriksson, Reidelida Dyrdalr und Kjarni Willison verlassen das bunte Marktgeschehen an den Trierer Moselauen, auf dem sie die letzten Stunden Kurzweil fanden, und begeben sich heimwärts in Richtung Loreley. Sie tragen lange, selbst genähte Gewänder, verziert mit selbst gewebten Borten und Glasschmuck. Am Montag werden sie wieder als Michael Bremse, Sonja Günther und Thomas Kern im Jahr 2015 angekommen sein und ihrer Arbeit als Elektroniker, Krankenschwester und Elektrotechnikmeister nachgehen.
Wer sich fragt, warum Menschen sich mit Tierfellen behängen, Ritterrüstungen tragen und mit ledernen Schnabelschuhen umherwandeln, sollte einen Mittelaltermarkt besuchen und auf sich wirken lassen. Dort sind illustre Figuren zu treffen: Malus Domesticus, der einen lebenden Hahn mit dem Namen Kevin auf seinen Schultern trägt, Carolan Lieb, der Wissenswertes aus der Zeit um 1400 erzählen kann, oder Billi Braun, der an seinem Stand hausgemachte Liköre und Schnäpse probieren lässt. Besucher Guy und Lucie Cannucci-Theves aus Luxemburg, die mit Tochter und Enkelin auf dem Mittelaltermarkt dem Alltag entfliehen wollen, haben Kleider und Umhänge gekauft, die sie beim nächsten Mittelaltermarkt tragen möchten. Stände, an denen es Käse, Wurst und Wein gibt, fachsimpelnde Leute aus der Mittelalterszene und spielende Kinder, die Kleidung aus verschiedenen Epochen tragen. "Es ist wie Urlaub, Auszeit vom Alltag - Erholung pur", erklärt Mona Weinrank aus Völklingen ihre Leidenschaft, Mittelaltermärkte zu besuchen. Als Einzelhandelskauffrau hat sie die Woche über viel Stress und sieht die entspannte Stimmung als perfekten Ausgleich.
Veranstaltet wird das Spektakel zum achten Mal von der Mercatus Treveris GbR. Dahinter stecken Rudi Becker und Wolfgang Dienhart, die mit Engagement und Herzblut jedes Jahr zahlreiche Menschen zum mittelalterlichen Treiben in die Moselauen locken. An diesem Wochenende sind es rund 3000 Besucher.
Auch Rudi Becker sieht in mittelalterlicher Tracht und schulterlangen Haaren aus, als sei er einer Zeitmaschine entstiegen, als er drei "Trierer Tanzweiber" ankündigt, die mit anmutigen Bewegungen zu orientalischer Musik für reichlich "Handgeklapper" beim Publikum sorgen. Tische und Bänke vor der Bühne sind voll besetzt mit Mägden, Edeldamen und wild aussehenden Burschen, die Schwerter und Säbel mit sich führen. Aus großen Krügen trinken sie Met und Bier aus anno 2015 - man muss es ja nicht übertreiben mit der Authentizität.
Mehr Fotos im Internet: volksfreund.de/fotos

Mehr von Volksfreund