Zentral gelegene Wohnungen in Trier statt Sitz der Verbandsgemeinde Trier-Land

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtentwicklung : Grundstück im Gartenfeld: Wohnungen mitten in der Stadt statt Verwaltungssitz?

Die Landwirtschaftskammer will ihren Trierer Dienstsitz im Gartenfeld aufgeben. Auch der benachbarte Standort der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land ist in der Diskussion. Auf ähnlichen Flächen in der Nähe sind Gebäude mit Eigentumswohnungen entstanden.

Seit den 1980er Jahren arbeiten die Angestellten und Beamten der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land mitten im Trierer Gartenfeld. Das könnte sich ändern – denn der Nachbar, die Landwirtschaftskammer, will aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude ausziehen. Sollte sich auch die VG-Verwaltung für einen neuen Standort entscheiden, wird ein 4750 Quadratmeter großes Grundstück frei. Das wiederum dürfte Investoren und Wohnungssuchende aufhorchen lassen, denn das Grundstück ist mitten in der Stadt gelegen und damit ein attraktiver Standort für Wohnbebauung auf dem umkämpften Trierer Markt. Der TV beleuchtet die Positionen der Beteiligten und zeigt mögliche Szenarien auf.

Die Landwirtschaftskammer Der Landesrechnungshof hatte 2018 in seinem Jahresbericht Veränderungen bei der Kammer gefordert, die als Vertretung von Interessen der Land- und Forstwirtschaft fungieren soll und die Aufgaben der Agrarverwaltung übernimmt. Unter anderem geht es dem Rechnungshof um die Zusammenlegung der beiden Standorte Trier und Wittlich (der TV berichtete).  Alfons Schnabel ist Direktor der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Er sagt: „Der Platz reicht nicht aus, um die Beschäftigten am Standort Trier gemeinsam unterzubringen.“ Deshalb ist man auf die Suche nach Alternativen gegangen. Laut Schnabel war eine Übersiedlung in den Industriepark Region Trier in Föhren/Hetzerath ins Auge gefasst worden. Doch diese Option hat sich zerschlagen. Ein neuer Standort müsse mehrere Voraussetzungen erfüllen. Er soll Eigentum der Kammer und für Winzer gut erreichbar sein. Eine Entscheidung soll im Frühjahr fallen.

Findet die Kammer solch ein Objekt, wird sie sich von ihrem Gebäude trennen, das mit dem der VG Verwaltung Trier-Land eine Einheit bildet. „Natürlich würden wir in einem solchen Fall auch am liebsten an die Verbandsgemeinde verkaufen“, sagt der Direktor.

Das Gebäude Das Verwaltungsgebäude der VG Trier-Land ist stark sanierungsbedürftig. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Doch was tun? Der VG-Rat lässt derzeit eine Sanierungsstudie erstellen. Danach soll feststehen, was es kosten würde, das Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen. Diese Studie sei notwendig, um „die Grundsatzentscheidung über die weitere Nutzung nach einer entsprechenden Sanierung oder eines eventuellen Neubaus auf Grundlage von belastbaren Fakten und Kostenermittlungen zu treffen“, heißt es in der Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss.

Bei ihren Überlegungen müssen die Verantwortlichen daran denken, dass ein Teil der Verwaltung aus Platzmangel aktuell im Gebäudeteil der Landwirtschaftskammer untergebracht ist. Offen ist, ob diese Räume nach einem Verkauf weiter zur Verfügung stehen würden.

Trier-Land-Bürgermeister Michael Holstein reagiert zurückhaltend auf Anfragen zur Zukunft des Verwaltungsgebäudes. Es sei noch zu früh, um definitive Aussagen über einen möglichen Kauf des Nachbargebäudes zu machen. Er möchte keine Diskussion zu diesem frühen Zeitpunkt.

Das Gelände Fast in Sichtweite des Kammer-VG-Komplexes gibt es Beispiele dafür, wie eine zentrumsnah gelegene Fläche umgenutzt werden kann. Auf dem Gelände einer Gärtnerei in der Schützenstraße entstand auf einer rund 2300 Quadratmeter großen Fläche vor rund zehn Jahren der Wohnpark Theater Maximus. 2015 begann der Abriss der Gebäude auf dem Karlsberg-Logistik-Areal. Dort steht heute auf 6300 Quadratmetern die Residenz an den Kaiserthermen.

 Das Gelände von VG-Verwaltung und Landwirtschaftskammer ist inklusive der Parkplätze rund 4750 Quadratmeter groß. Der amtlich ermittelte Bodenrichtwert für Grundstücke in diesem Teil der Stadt liegt aktuell bei 490 Euro. Macht unter dem Strich einen Bodenwert von 2,3 Millionen Euro für die aktuelle Heimat der Behörden.