Zerstörtes Idyll

MARIAHOF. Der idyllische Wanderplatz am Mariahof lockt Wanderer und Jugendliche zum Verweilen. Doch Randalierer haben die Schiefereindeckung und die Messingrinne der Wandertafel demoliert. Auch der herumliegende Müll sorgt für Verärgerung.

Ein Tisch mit zwei Bänken und drumherum etliche Baumstammstücke laden am Gut Mariahof mitten im Grünen zum Verweilen ein. Am Abend spendet eine große Straßenlampe sanftes Licht. Eine aufwändig mit Holz, Messing und Schiefer gestaltete Wandertafel zeigt die vielen Wanderstrecken, die durch den Mattheiser Wald und hinunter ins Tal führen. Der idyllische Platz wird nicht nur von Wanderern genutzt. Verschiedene Jugendcliquen treffen sich dort an warmen Sommerabenden. Zum Grillen, Bier trinken und Musik hören. Morgens quillt dann nicht nur der von der Stadt aufgestellte Abfalleimer über. Leere Bierdosen, Chipstüten und Glasscherben sind quer über die Wiese verstreut. In einer Nacht muss besonders heftig "gefeiert" worden sein: "Morgens hing plötzlich die Messing-Regenrinne zerdellt hinunter, mehrere Schieferschindeln fehlten, und beide Bänke waren aus der Verankerung gerissen", erzählt Reinhold Bonertz. Das CDU-Mitglied im Ortsbeirat Mariahof hat viele ehrenamtliche Arbeitsstunden in die Herrichtung der Wanderwege und des Platzes investiert. "Es ist ja völlig in Ordnung, dass sich Jugendliche an unserem Wanderplatz treffen", sagt er, "aber das ist purer Vandalismus.""Ich dachte immer, das würde respektiert"

Rund 5000 Euro hat der Ortsbeirat in den vergangenen beiden Jahren in Wege, Wandertafel, Bänke und Lampe gesteckt. "Ich dachte immer, dass ein so schön hergerichteter Platz respektiert werden würde", sagt Ortsvorsteherin Maria Marx. Jetzt muss der Platz, der erst im Mai offiziell eingeweiht wurde, für mindestens 500 Euro renoviert werden. Das städtische Grünflächenamt hat Tische und Bänke installiert, einen Abfalleimer aufgestellt und die Baumstammstücke so verteilt, dass der Platz nicht von parkenden Autos zugestellt werden kann. "Aber gegen den Vandalismus und die Verunreinigung können wir so gut wie nichts tun", sagt Grünflächenamts-Chef Franz Kalck. Turnusmäßig werde der Platz alle drei Wochen gereinigt und der Mülleimer geleert. "Jetzt, wo wir wissen, dass der Platz beliebt ist, werden wir versuchen, darauf zu reagieren und ihn öfter reinigen", sagt Michael Heimes, stellvertretender Leiter des Grünflächenamtes. Doch die finanziellen Mittel und damit die Mitarbeiterstunden seien begrenzt. "Reinigen wir dort häufiger, können wir woanders seltener vorbeifahren", sagt Heimes. Mit der An- und Abfahrt seien zwei Mitarbeiter eine Stunde beschäftigt und das Fahrzeug belegt, eine Sonderreinigung der etwa 1000 Quadratmeter großen Fläche würde mit rund 150 bis 200 Euro zu Buche schlagen. Außerdem sei es strafbar, Müll in der Natur zu entsorgen und den öffentlichen Platz zu beschädigen. "Werden wir Augenzeugen, bringen wir sowas auch zur Anzeige", sagt Kalck. Doch man könne eben nicht überall gleichzeitig sein. "Und die Verunreinigung und Zerstörung öffentlicher Plätze ist nicht nur ein Problem des Grünflächenamts, sondern ein gesellschaftliches."