Zündstoff in Biewer: Rat debattiert über Brandbrief und Pfarrheim

Zündstoff in Biewer: Rat debattiert über Brandbrief und Pfarrheim

Im Streit um die Finanzierung des Biewerer Pfarrheims haben sich Vertreter der Ortsvereine auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats abermals kompromissbereit gezeigt und sich für den Erhalt des Pfarrheims ausgesprochen. Zugleich übten Ratsmitglieder Kritik an der Forderung von Pfarrer Siegmund Pawlicki, dass die Nutzer des Pfarrheims sich an den Unterhaltskosten beteiligen müssten.

Trier-Biewer. Im Streit um die Zukunft des Pfarrheims hatte Ortsvorsteher Gerd Kirsch die betroffenen Vereine zur jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Biewer hinzugebeten. Am Tag vor der entscheidenden Sitzung des Verwaltungsrats der Pfarrgemeinde (ausführlicher Bericht folgt morgen) betonten Vertreter des Kirchenchors sowie des ebenfalls kirchlichen Fago-Chors, dass das Pfarrheim erhalten bleiben müsse. Ob die Gruppen einen finanziellen Beitrag zu leisten bereit seien, wollten sie vor der Verwaltungsratssitzung nicht offenlegen.
Vertreter der nichtkirchlichen Vereine - dies sind vor allem Musikverein, Mandolinengruppe und Tai-Chi-Gruppe - äußerten die Bereitschaft, sich finanziell am Unterhalt des Pfarrheims zu beteiligen. Zugleich warben Carsten Pfennig, Vorsitzender des Biewerer Musikvereins Lyra, und Gaby Zenner, Vorsitzende des Kirchenchors, um Unterstützung von Stadt und Ortsgemeinde.
Aus dem Ortsbeirat kam teils scharfe Kritik an der Forderung Pawlickis nach einem Kostenbeitrag: "Da platzt mir der Kragen", polterte Jürgen Weiland (CDU). "Das Bistum stiehlt sich aus der Verantwortung, tritt ein gut funktionierendes Gemeindeleben einfach in die Tonne." Auch Ortsbeiratsmitglied Peter Berg (parteilos) warnte, das Vereinsleben im Stadtteil drohe "abzubröckeln". Die Forderung der Kirchengemeinde sei womöglich nur ein erster Schritt. "So wird versucht, einen Fuß in die Tür zu bekommen, um in Zukunft womöglich weitere Kosten geltend zu machen", warnte Berg.
Ortsvorsteher kompromissbereit



Ortsvorsteher Gerd Kirsch erneuerte seinen Vorschlag, einen Teil des Biewerer Ortsteilbudgets zur Unterstützung der Vereine einzusetzen. Zugleich sagte er, es könne nicht sein, dass die Stadt, die selbst von Krediten lebt, das angeschlagene Bistum finanziere. Peter Berg äußerte zudem rechtliche Bedenken, ob eine solche Unterstützung überhaupt zulässig sei.
Neben der Debatte um die Zukunft des Pfarrheims beschäftigte sich das Gremium auch mit dem kommunalpolitischen Forderungskatalog des Heiligkreuzer Ortsbeirats. Seit 2010 dürfen Ortsbeiräte sich erst nach den Dezernatsausschüssen zu Wort melden. In den Ausschüssen würden jedoch bereits wichtige Vorentscheidungen für die Abstimmung im Stadtrat getroffen, heißt es in dem Papier aus Heiligkreuz. "Wir müssen dafür kämpfen, wieder gehört zu werden und wieder etwas sagen zu dürfen", sagte Jürgen Weiland.
Die Forderung der Biewerer war klar und wurde einstimmig beschlossen: "Wir sind dafür, dass Ortsbeiräte wieder vor den Dezernatsausschüssen gehört werden", erklärte Kirsch.
Schließlich stimmte der Ortsbeirat einstimmig für das "Mobilitätskonzept 2025". Das Konzeptpapier wurde erneut zur Abstimmung in die Ortsbeiräte gebracht, da die Beschlussvorlage von zunächst vier Zeilen auf eine ganze Seite ausformuliert und präzisiert worden war. kbb/sek

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