Zum 30. Mal hat das Weindorf Schleich zu seinem bei Besuchern beliebten Weinstraßenfest eingeladen.

Veranstaltung : Tradition erleben und Menschen treffen

Zum 30. Mal hat das Weindorf Schleich zu seinem bei Besuchern beliebten Weinstraßenfest eingeladen.

Wenn die gerade mal 230 Schleicher ihr Weinstraßenfest stemmen, sind alle Hände im Dorf gefragt. Denn dann geht es rund in dem kleinen Ort mit seinen verwinkelten Gassen. Und das nun schon zum 30. Mal unter dem Motto „Wie et frieja woar“.  Autofahrer, die nach einem Parkplatz suchen, gehören dann ebenso zum Bild wie die lange Schlange am Essensstand. Die Frauen hinter der Theke bedienen flott. Doch der Andrang lässt einfach nicht nach. Immer wieder reihen sich weitere Besucher ein, um geduldig anzustehen. Denn das Essen, von Schleichern selbst gekocht, ist gut – und die Auswahl groß. Bratkartoffeln sind ebenso im Angebot wie Garnelenspieße oder Rindfleisch mit Remouladensoße. Und wer selbst die Wartezeit genießen möchte, kann ja schon mal nebenbei Schleicher Wein probieren.

Erstaunlicherweise finden letztlich alle einen Platz, an dem sie es sich schmecken lassen können. Besucher, die früher an waren, rücken einfach etwas zusammen in Weinlauben und Garagen-Straußwirtschaften, sodass sich Einheimische und Gäste schnell näher kommen.

Silke und Jörg Albrecht gefällt genau das am Schleicher Weinstraßenfest, für das sie bereits zum fünften Mal aus Kassel anreisten. Was sie gern auf sich nehmen – denn es sei „immer wieder schön“ in Schleich. Anita und Rainer Wollscheid aus Föhren sind ebenfalls treue Gäste, die möglichst immer dabei sind in Schleich. Und dafür nennen sie gleich drei gute Gründe: das gute Essen, die Tradition, die beim Fest mit Vorführungen „Wie et frieja woar“ gepflegt wird, „und die Leute, die man trifft“.

Als weitere Besonderheit bereichert ein kleiner Kunsthandwerkermarkt mit Ausstellern wie Helga Thelen aus Niersbach (Landkreis Bernkastel-Wittlich) das Fest. Angesprochen vom Ortsbürgermeister ist sie seit drei Jahren dabei an einem guten Standplatz mitten im Dorf. An der Mosel sei es ja immer schön, begründet sie.

Das bei Besuchern aus der ganzen Verbandsgemeinde und weit darüber hinaus beliebte Fest erfordert viel Vorbereitung: vom mehrtägigen Aufbau der Stände bis zum Kochen und Kuchenbacken, Dekorieren und Bedienen. Gäste honorieren das, indem sie etwa ihre leeren Teller samt Besteck ganz selbstverständlich zum Spülmobil bringen. Am Sonntagmittag helfen dort wie überall an den Ständen nicht nur Mitglieder der das Fest stemmenden Ortsvereine. Beim Weinstraßenfest könne Jeder helfen, betont Brigitte Kremer, die mit Cornelia Gerneck und Inge Faber den Spüldienst übernimmt.

Umrahmt wurde das Fest von Musik an allen Tagen, Beiträgen der Kulturgruppe Schillingen sowie am Montagabend von Winzerspielen mit Disziplinen wie Fassrollen und Hottenlauf.

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