Zum 32. Mal ist im Barocksaal der Trierer Sektkellerei Bernard-Massard der Franz-Weißebach-Preis an Ulrich Krugmann aus Osburg verliehen worden.

Auszeichnung : Soziales Engagement und kleine, gut gemeinte Sticheleien

Zum 32. Mal ist im Barocksaal der Trierer Sektkellerei Bernard-Massard der Franz-Weissebach-Preis verliehen worden. Traditionsgemäß engagiert sich der Preisträger für den Trierer Karneval oder in anderen sozialen Bereichen. Ulrich Krugmann aus Osburg kann in dieser Hinsicht vielfach punkten – und ganz ohne Humor ist er natürlich auch nicht.

„Ich bin doch kein Politiker, kein Kirchenmann, kein Stiftungsträger“, wundert sich Ulrich Krugmann. „Das bisschen Kommunalpolitik an der Basis“ könne man doch kaum zählen, ergänzt der Osburger SPD-Ortsvereinsvorsitzende. Dennoch ist er im Barocksaal der Sektkellerei Bernard-Massard zum 32. Träger des Franz-Weissebach-Preises gekürt worden.

Aber Humor hat er doch sicher? Immerhin sollen die in Frage kommenden Preisträger Personen sein, die „den Trierer Karneval unterstützen und fördern oder sich sozial engagieren und sich durch ein humorvolles Wesen, eine humoristische Ader hervortun“, erklärt Jürgen Schlich, Präsident der Prinzenzunft der Stadt Trier 1987, die den Preis 1988 zum ersten Mal vergeben hat.

Zu Krugmann hat Schlich eine besondere Beziehung: „Wir sind zusammen in Trier-West aufgewachsen“, erzählt er. „Wir hatten eine klasse Jugend! Gemeinsam dürften wir für so manches graue Haar bei den Anwohnern zuständig gewesen sein.“ Und er berichtet weiter: „Über die Jahre haben wir Kontakt gehalten – und Duftnoten gesetzt.“ Dies auch, als Krugmann, Bauzeichner und studierter Tiefbautechniker,  vor zwölf Jahren nach Frankfurt am Main zog, um dort den Telekom-Vertrieb zu leiten. In Trier war er zuvor für drei Telekom-Shops verantwortlich gewesen.

„Vielleicht habe ich den Schalk im Nacken, so wie es uns Franz Weissebach vorgelebt hat“, überlegt Krugmann. Alteingesessene Trierer kennen die Geschichte: Weißebach, Anfang des 20. Jahrhunderts Mitbesitzer des heutigen Weinguts von Othegraven, hatte der Stadt Trier 3000 Liter hochwertigen Weins vermacht mit der – vermutlich nicht ganz ernstgemeinten – Vorgabe, vom Erlös ein Krematorium auf dem städtischen Friedhof zu errichten. Ein Ausweg aus der Bredouille war die Klausel, dass, wenn das Vorhaben fünf Jahre lang von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt würde, das Geld für einen Garten anstelle des Exerzierplatzes beim Kurfürstlichen Palais verwendet werden könnte. Wie man weiß, ist dies der Stadt gelungen.

Zurück zum Humor: Seine Art seien „kleine, freundliche Sticheleien, die ehrlich gemeint sind, vor allem gegenüber Politik und Wirtschaft“, stellt Ulrich Krugmann fest. Hinzu kommt, dass er sich in sage und schreibe vier Trierer Karnevalsvereinen aktiv engagiert – als Ehrenrat in seinem Heimatverein, der KG Trier-Süd; beim KC Grün-Weiß Euren, der KG Onner Ons und den Irscher Burg­narren. Er ist Adjutant des aktuellen Trierer Prinzenpaares; bis vor einem Jahr war er Geschäftsführer der ATK (Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval 1955). Auch für die Feier am Trierer Kornmarkt an jedem 11.11. zeichnet Krugmann verantwortlich.

An der Treppe zum Barocksaal stehen Gardisten der Trierer Stadtgarde Spalier, im Saal tummelt sich allerlei Trierer Prominenz, bis hin zu Ministerpräsidentin Malu Dreyer mitsamt Ehemann Klaus Jensen und seinem Nachfolger, Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Viele prominente Gäste sind Franz-Weissebach-Preisträger; der dienstälteste ist Manfred Maximini.

Die Laudatio hält traditionsgemäß der Preisträger des Vorjahres, Tenor Thomas Kiessling, der es sich natürlich auch nicht nehmen lässt, den Abend musikalisch zu umrahmen. Auf die gesprochene Laudatio folgt dann auch eine gesungene auf die Melodie von „O sole mio“. Für eine Überraschung und viel Erheiterung sorgte „Et Tusnelda“, Serap Boos aus Koblenz, die pikante Details über die „Eheanbahnung“ ausplauderte. Das Preisgeld von 500 Euro spendet Krugmann an den Verein Nestwärme, bei dem er sich seit 20 Jahren engagiert. Die gleiche Summe will er für die Erneuerung der maroden Halle am Bach der KG Trier-Süd stiften.

Mehr von Volksfreund