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Zum 70. steht Wachstum auf dem Programm: Volkshochschule Trier meldet Rekordzahlen und bekommt schon bald mehr Platz

Zum 70. steht Wachstum auf dem Programm: Volkshochschule Trier meldet Rekordzahlen und bekommt schon bald mehr Platz

Die Volkshochschule (VHS) Trier feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Im aktuellen Programm sind neben einer Geburtstagsfeier viele Sprachkurse, aber auch Angebote zu Tieren und dem berühmten Trierer Karl Marx.

Trier. Seit 1947 bietet die VHS durchgehend Kurse und Veranstaltungen der Erwachsenenweiterbildung an. Bereits 1920 wurde in Trier eine Volkshochschule gegründet, jedoch verschwand diese schon nach wenigen Jahren wieder von der Bildfläche, wie die VHS-Verantwortlichen bei der Programmvorstellung in dieser Woche erklärten. Daher wird die Eröffnungsfeier vom 30. Januar 1947 als VHS-Geburtstag betrachtet.

Das vergangene Jahr: 2016 konnte ein Rekord an Kursteilnehmern verzeichnet werden. Über 200 Dozenten unterwiesen 10 000 Besucher in Kursen und Vorträgen. Der Rekord liegt vor allem an der großen Nachfrage nach Deutschkursen durch Flüchtlinge. Rudolf Fries, Leiter der VHS Trier, betonte aber, dass dadurch keiner der fremdsprachigen Kurse für die anderen VHS-Nutzer eingeschränkt wurde. Bürgermeisterin Angelika Birk ergänzte, dass für 2017 noch einmal ein leichter Anstieg der Nachfrage vermutet wird, da durch die schleppenden Asylantragsbewilligungen Geflüchtete zeitversetzt Sprachkurse besuchen, obwohl die Zahl der Einreisenden mittlerweile stark zurückgegangen ist. Aber auch diejenigen ohne Bleibeperspektiven will die Bürgermeisterin erreichen: "Wir wollen niemanden von unseren Angeboten ausgrenzen, nur weil er nicht lange bei uns bleibt."

Das neue Jahr: Rudolf Fries freut sich, dass in diesem Jahr zusätzliche Flächen am Domfreihof zur Verfügung stehen werden. Die VHS verfügt bereits in der gesamten Stadt über 20 Räumlichkeiten. 2017 soll es ein Angebot von zehn Ausstellungen in der VHS geben. Den Anfang wird eine Ausstellung namens "Eine innertürkische Verwaltungsangelegenheit" machen, die die deutsche Beteiligung am Armeniergenozid 1915 beleuchten soll und Anfang März präsentiert wird. Auch das Marxjahr 2018 wirft in diesem Jahr schon seine Schatten voraus, unter anderem mit dem Vortrag "Deutsche in Manchester - Von Marx & Engels zu Schweinsteiger", am 17. Mai, an den sich 2018 eine VHS-Kulturreise nach Manchester anlehnen wird.

Neue Kurse: Ein neues Angebot stellen Seminare zum Thema Tiere dar. Neben Veranstaltungen zu Tieren in der Stadt, oder dem Umgang mit invasiven Arten wird auch das Verhältnis zum Hund und anderen Haustieren beleuchtet, wobei eine Kooperation mit dem Tierheim Trier geplant ist, um einen Praxisbezug herzustellen. Kurse zum Tanzsport sollen vergrößert werden, um neben dem Wissen auch die Fitness der VHS-Besucher zu verbessern. Außerdem soll das Angebot der eigenen Theatergruppe Spöckes ausgeweitet werden, die in diesem Jahr mit einer Komödie namens "Geht nicht, gibt's nicht" auftreten wird. Auch die Fremdsprachenkurse kommen nicht zu kurz, diese sollen spezifiziert werden. Beispielsweise sollen Kurse besonders für Urlaubsreisende in Spanisch oder Italienisch angeboten werden sowie spezialisierte Kurse für Besucher, die bereits mit einer artverwandten Sprache vertraut sind. Damit soll der Spracherwerb effizienter gemacht werden, um die Teilnehmer nicht zu über- oder unterfordern. Differenziert werden soll auch in den Deutschkursen. Zum einen wird Deutsch für Deutsche ausgebaut, während Deutschkurse für Flüchtlinge ohne lateinische Alphabetisierung ganz andere Anforderungen erfüllen müssen. Die Aufgabe der VHS stellte die Bürgermeisterin Angelika Birk nicht nur im Bezug auf die Flüchtlinge pointiert dar: "Bildung für alle ist ein Grundrecht, und wir versuchen die Lücke zu schließen, die der Gesetzgeber geschaffen hat."