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Zum Schmökern ins Bonerather Telefonhäuschen

Zum Schmökern ins Bonerather Telefonhäuschen

Fernsprechkabinen haben längst ausgedient. In Bonerath wurde nun eine zum Bücherschrank umfunktioniert.

Bonerath Fährt man durch Bonerath, rund 240 Einwohner, idyllisch im vorderen Hochwald gelegen, sticht die knallrote Telefonzelle ins Auge. Rosi Rebetschek vom Heimat- und Kulturverein Bonerath hatte in einer Zeitung von einer zum öffentlichen Bücherschrank umfunktionierten Telefonzelle gelesen und war begeistert. Sie recherchierte, wo man eine Telefonzelle kaufen könnte, und wurde im wenige Kilometer entfernten Kell am See fündig. Rudi Scherf, Erich Theis, Werner Knobloch und Rudi Rebetschek transportieren das alte Telefonhäuschen nach Bonerath.

Die Kabine wurde geschrubbt und die postgelbe Farbe wich einem leuchtenden Rot. Dort wo früher die Münzsprechanlage hing, wurden Regale angebracht. Ines Dillschneider hat die Zelle mit Aufschriften wie "Bücherbox" aufgepeppt.
Mittlerweile stehen 200 Bücher und CDs im Regal: Krimis, Spielanleitungen, Romane, Sachbücher, Gruselgeschichten, Bestseller und weniger bekannte Werke. Die Auswahl ist groß. Wer Lust hat, zu schmökern, kann zugreifen. "Gewünscht ist, dass, wer Bücher rausnimmt auch welche reinstellt", erklärt Gabi Theis, erste Vorsitzende des Vereins, das Prinzip des Geben und Nehmens.

Die öffentliche Mini-Bibliothek sei sehr beliebt und trage dazu bei, dass Bücher, die vielleicht sonst im Müll gelandet wären, wieder gelesen würden. Sogar Menschen aus den Nachbarorten nehmen laut Theis das neue Angebot an. Die Bücherbox ist 365 Tage im Jahr täglich 24 Stunden geöffnet. Martina Bernardy, zweite Vorsitzende, glaubt, dass dies mit ein Grund sei, weshalb der Büchertausch so rege laufe. Auch junge Leseratten sind begeistert von der "alten Telefonzelle". Celina, 8, hat schon mehrfach zugegriffen - und ausgediente Bücher für andere bereitgestellt.Extra

Der Heimat- und Kulturverein Bonerath wurde 1998 gegründet. Der Verein hat 80 Mitglieder. Die Aktionen reichen von der Veranstaltung des Krompernfestes über die Organisation des Martinsumzugs bis hin zum Aufstellen von Ruhebänken, damit Spaziergänger pausieren können. Auch ein Wörterbuch "Mir schwätzen Platt hei en Bonert" hat der Verein veröffentlicht. Auf 28 Seiten finden die Leser Wörter und Übersetzungen, der Sprache, die von den Älteren gesprochen wird und nicht verloren gehen soll.