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Zur Fastnacht kommt der Schnurrbart ab

Zur Fastnacht kommt der Schnurrbart ab

Warum der Schöndorfer Andre Werhan auch außerhalb der Fastnacht nicht auf Fez und Gaudi verzichten muss und warum er so stolz auf seinen Verein ist, verrät der 43-Jährige heute in unser TV-Serie. In seiner Freizeit engagiert er sich im Karnevalsverein "Narretei der Pfarrei Schöndorf".

Schöndorf. "Ich war schon immer ein Fastnachtstyp, das liegt bei uns in der Familie. Daher ist mein Verein auch ein Karnevalverein - die Narretei der Pfarrei Schöndorf. Da wird zusammen gefeiert, da ist Stimmung, das ist einfach schön und vor allem - das ist echtes Dorfgeschehen. Wenn ich an unsere Umzüge denke - was dann hier los ist und was wir da immer Tolles auf die Beine stellen -, da schaue ich mit Stolz auf unser Dorf.
TV-Serie Mein Verein


Ein Dorf ist immer nur so lebendig wie die Leute selber. Stolz bin ich aber vor allem auch auf unsere Entwicklung. Bei unserem ersten Umzug im Februar 1993 musste alles unheimlich schnell gehen. Erst im November zuvor hatten wir uns, damals noch als Interessengemeinschaft, dazu entschlossen, im Februar durchs Dorf zu ziehen. Die Kappensitzung wurde damals noch vom Malteser ausgerichtet.
Und ich war der Prinz - das war der Wahnsinn. Als wir in den Saal kamen und die Leute alle aufgestanden sind - da bist du mit einer Hühnerhaut durchgegangen. Das ist etwas, das du nicht vergisst.
Heute haben wir einen jungen Vorstand, und ich kann nur sagen: Hut ab! Wir werden jedes Jahr ein bisschen besser. Was unser Vorstand heute leistet, ist einfach Wahnsinn. Alleine die professionellen Bühnenbilder an unseren Kappensitzungen - das ist einfach toll!
Super finde ich auch, dass der Nachwuchs jetzt mitzieht. Jahr für Jahr steigert sich so alles und wird neu aufgepeppt. Auch wenn ich jedes Jahr denke, dieses Mal hast du keine Zeit um einen eigenen Vortrag zu schreiben, so brodelt das doch immer in mir.
Ich bin zwar selten eine Woche vor Beginn der Sitzungen damit fertig, aber irgendwie geht es doch immer - ich muss das einfach machen.
Auch Lampenfieber ist ein Thema für mich. Während der ersten drei Sätze auf der Bühne frage ich mich immer: ,Warum machst du das?\', aber dann ist es gut. Ich brauche das einfach. In diesem Jahr bin ich leider wegen Krankheit ausgefallen.
Das hat richtig weh getan. In Gedanken war ich aber die ganze Zeit und überall bei meinem Verein mit dabei. Ich wusste genau: Jetzt erstürmen sie das Rathaus, jetzt stehen sie auf der Bühne, jetzt fängt der Umzug an. Das war richtig schlimm für mich. Die Narretei - das ist für mich Spaß, Spannung, das ist einfach ein Feeling, was ich an der Fastnacht brauche.
Wir haben schon alles Mögliche zusammen gemacht. Egal ob Frau oder Mann - da muss der Schnurrbart eben mal ab.
Und unsere Proben - die sind zum Teil einfach nur total chaotisch, da gibt es immer eine Menge Gaudi. Wenn du so etwas zusammen bewältigst, bist du ja auch froh. Auch nach der Fastnacht haben wir immer unsere Gaudi zusammen - ob beim Heringsessen, beim Familienwandertag oder bei sonstigen Ausflügen. Mein Verein, das ist Gaudi und Fez pur."
Aufgezeichnet von Anja Fait

In unserer neuen TV-Serie "Mein Verein" lassen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu Wort kommen.Jeden Mittwoch stellen wir einen Verein aus der Perspektive eines Mitglieds vor. Dazu gibt es die wichtigsten Daten über den Verein in Kurzform.
Sie wollen Ihren Verein vorstellen? Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail mit einigen Daten an trier@volksfreund.de
Extra

Aus der ehemaligen Interessengemeinschaft (gegründet 1992) ist im Jahr 2001 die Narretei der Pfarrei Schöndorf entstanden. Der Verein zählt heute rund 120 Mitglieder im Alter zwischen 14 und 85 Jahren. Ansprechpartnerin ist Carina Poth aus Schöndorf, die dem Verein seit 2007 vorsteht.