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Zur goldenen Hochzeit in arktische Gefilde

Zur goldenen Hochzeit in arktische Gefilde

Er hat die Welt gesehen: Zusammen mit seiner Frau Therese hat Albert Minas aus Trier-Süd jeden Kontinent bereist. Doch der hohe Norden hat ihn besonders in seinen Bann gezogen. Die nächste Reise ist gebucht.

Trier. Auf Hochzeitsreise in die Antarktis? Kein Problem für das Ehepaar Albert und Therese Minas aus Trier-Süd. Schließlich waren für sie die eisigen Regionen die letzten "weißen Flecken" auf der Erde, seit sie vor mehr als 30 Jahren begannen, die Kontinente zu bereisen.
Zur goldenen Hochzeit 2008 wurde die erste Bastion genommen - über Argentinien und die Falklandinseln ging es in südpolare Gefilde.
"Da haben wir Eis gerochen", sagt Albert Minas. "Was die Kälte betrifft", fügt Therese Minas mit einem Anflug von Ironie hinzu, "da kann man immer noch was drunter oder drüber ziehen. In tropischen Gegenden stößt man da viel schneller an seine Grenzen."
Menschen ganz nah

Albert Minas hat mehrere Tausend Fotos zu sortieren. Drei Bildbände sind bereits gedruckt. TV-Foto: Heinz Kreil


Die nächsten Expeditionen führten sie 2009, 2010 und 2011 nach Spitzbergen und Grönland.
Das Ehepaar umrundete Eisberge im Zodiac (ortsübliches Schlauchboot), havarierte auf einem Eisbrecher, sah Schneehasen, Walrosse und Moschusochsen. Einem Eisbären standen sie auf wenige Meter Entfernung Auge in Auge gegenüber - doch der trieb lediglich relativ gelassen auf einer Eisscholle an ihrem Schiff vorbei.
Bleibende Eindrücke haben die Begegnungen mit den Inuit, den nordpolaren Ureinwohnern, bei Minas und seiner Frau hinterlassen. Die Bezeichnung "Eskimo" (Rohfleischesser), betont Minas, empfänden die meisten Inuit allerdings als Beleidigung.
Albert Minas hat, in wenigen Unikaten, drei Bildbände über die Polarreisen herstellen lassen und hält Vorträge an der Volkshochschule.
Der 77-jährige Fernmeldeingenieur im Ruhestand hat mit Ruhe nicht allzu viel am Hut: Als Stadtführer ist er unermüdlich unterwegs, nicht nur in Trier.
Auch der nächste Trip in die unteren Kältegrade ist bereits gebucht. Ehefrau Therese kann dieses Mal leider nicht mitkommen. Aber Albert Minas ist in guten Händen: Mit Tochter Stefanie geht es im März erneut nach Grönland.