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zurückgeblättert Bauarbeiten auf dem Viehmarkt

Zurückgeblättert : Vietnam trifft altes Rom

Steine aus Vietnam mussten es schon sein, um den Trierer Viehmarkt aufzuhübschen. Diese zeichnen dort seit 25 Jahren den Verlauf der römischen Straßen nach. Baubeginn für diese Arbeiten war im Mai 1994. Umgerechnet rund 80 Millionen Euro sollte es insgesamt kosten, aus dem viele Jahre lang als Parkplatz genutzten Gelände einen autofreien Platz zu machen.

 Logo zurückgeblättert
Logo zurückgeblättert Foto: TV/Lambrecht, Jana

Ein Teil der Summe war so nicht eingeplant. Doch Trier wäre nicht Trier, wenn bei Tiefbauarbeiten nur Erdreich ausgehoben worden wäre. 1987 stieß man auf Überreste römischer und mittelalterlicher Bauten. Die Mauern aus der Zeit der Römer entpuppten sich schließlich als dritte Thermenanlage Trier.
Die Tiefgarage wurde schließlich nur unter einem gegenüber den ursprünglichen Planungen etwas verschobenen Teil des Viehmarktes gebaut. Der Architekt Oswald Matthias Ungers konzipierte für die Ruinen von Thermen und Kapuzinerkloster ein Schutzgebäude mit Glasfassaden, das auch scherzhaft Ungers-Vitrine genannt wird.
Das Sterben der Tante-Emma-Läden ist kein Merkmal, das nur Dörfer betrifft. Menschen im Trierer Stadtteil Olewig bangen 1994 beispielsweise um die Zukunft des Lebensmittelgeschäfts auf der Hill. Das soll – so lautet die positive Kunde Anfang Mai 1994 – fortgeführt werden. Darüber freut sich sogar der damalige Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer. Doch die Freude währte nicht ewig. Der Laden ist inzwischen Geschichte. Und auch der flächenmäßig weitaus größere Supermarkt am Olewiger Ortseingang von der Innenstadt her kommend, ist längst geschlossen. Dort entstehen aktuell zwei Wohnhäuser. Wer nun als Olewiger etwas einkaufen will, dem geht es inzwischen so wie vielen Menschen in den Dörfern im Landkreis: Er muss sich ins Auto setzen und zum Einkaufszentrum auf ehemals grüner Wiese fahren. Harald Jansen