zurückgeblättert Brücken müssen Panzer aushalten

Zurückgeblättert : Besonders belastbare Baustellen

Ein Blick in die Zeitung des Jahres 1994 birgt Überraschendes. Es ist keine Besonderheit, dass es Staus wegen irgendwelcher Straßenbauarbeiten gibt. Die haben auch schon vor 25 Jahren die Autofahrer genervt.

Was viel eher ins Auge fällt ist eine Anforderung an eine provisorische Brücke im Bereich der Weberbach. Dort lassen die Stadtwerke Trier neue Leitungen verlegen. Und zwar vom neuen Umspannwerk in der Kuhnenstraße in den Trierer Westen. Das Umspannwerk war nötig geworden, da die Vorgängeranlage aus der Nachkriegszeit mit 25 Kilovolt zu wenig Saft lieferte. Das neue Umspannwerk hingegen 110. Und nun kommen wir zum Besonderen: Denn die provisorischen Brücken über Kaiserstraße und Südallee sind so ausgelegt, dass die von Panzern befahren werden können. Die sind laut Bericht dort auf ihrem Weg zur wehrtechnischen Erprobungsstelle auf dem Grüneberg immer wieder einmal auch in der Stadt unterwegs. Und auch französische Panzer rasseln immer wieder einmal über die Straßen der Stadt. Kann man sich heute so in der Form wohl nur noch schwer vorstellen.
Es gibt zwar Menschen, die sich wieder Grenzkontrollen wünschen, doch vermutlich nicht vor der eigenen Haustür. Im Sommer 1994 lässt es sich der luxemburgische Staat umgerechnet gut zwölf Millionen Euro kosten, die 1987 eröffnete  und 1994 bereits ihrer Bestimmung beraubte Grenzstation Mesenich in zwei Tankstellen umzuwandeln. Dazu  haben die Luxemburger unter anderem Langsurer Gemeindeland. Ein Relikt aus der Zeit, als die Sauer noch keine Grenze war. An die Pendler denkt man 1994 auch schon. 100 (!) Plätze sollen es für den Anfang sein. Wie sich die Zeiten ändern. Derzeit arbeiten die Luxemburger am Projekt, bis zu 2000 Plätze für Pendler an der Autobahn A 64/A 1 zu bauen.

Harald Jansen

Mehr von Volksfreund