zurückgeblättert Jobverlust in Traditionsunternehmen

Zurückgeblättert : Schlechte Aussichten

Der Juli 1994 ist kein guter Monat gewesen. Das liegt nicht unbedingt an Bundeswirtschaftsminister Günther Rexrodt (FDP). Der will nämlich die 60-Stunden-Woche für Arbeitnehmer einführen, da dadurch Tausende Jobs geschaffen werden.

Nein, in Trier gehen fast im Wochentakt Jobs verloren. So kündigt die Firma Romika an, in ihrem Trierer Werk knapp 100 Stellen zu streichen. Das Stammwerk in Gusterath-Tal ist zu diesem Zeitpunkt schon lange Geschichte. Ebenso wie der Großteil der Arbeitsplätze. Kurze Zeit später kommt das Aus für das traditionsreiche Warenhaus Moritz und Senger mit rund 90 Beschäftigten. Zudem bangen rund 150 Mitarbeiter der Firma Michael Pütz im Industriegebiet Euren um ihre Arbeitsstelle.
Gute Nachrichten kommen hingegen aus Kürenz. Dort investiert das Land in die Gebäude der Weinbaudömane Avelsbach. Umgerechnet rund zwölf Millionen Euro soll das kosten. Das Ziel ist klar: Die Domäne soll nach Auskunft des damaligen Leiters der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt „vorne an der Spitze der besten Weingüter“ etabliert werden. Die Weinbaudomäne ist dem Land Rheinland-Pfalz lange Zeit lieb und teuer. Und irgendwann zu teuer. 2016 werden die Gebäude sowie die Weinberge und die Kellereitechnik der Domäne Avelsbach an das DRK Sozialwerk aus Bernkastel-Kues verpachtet. Doch auch das Sozialwerk wird nicht richtig froh mit dem Weingut. Inzwischen werden Käufer für das Anwesen gesucht, das 1896 vom preußischen Staat als Modellbetrieb gegründet worden war. (har)

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