Zurückgeblättert : Baugebiet bei Mariahof sorgt bereits 1994 für Kontroversen

Der Oberbürgermeister und der Dezernent hießen anders. Doch ansonsten wirkt es so, als ob sich die Geschichte wiederholt. Ende März 1994 formiert sich Widerstand gegen die Ausweisung von Bauland in der Nähe des Brubacher Hofs unweit von Trier-Mariahof.

Damals wie heute war die Stadt wild entschlossen, mit einer sogenannten städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme neuen Raum für neue Häuser zu schaffen. Dagegen liefen Landbesitzer und Pächter aus den Bereichen Brubacher Hof, Tarforst und Zentenbüsch (Trier-Ruwer) Sturm. Rund 3000 Wohneinheiten sollten auf rund 110 Hektar Fläche entstehen. Hauptkritikpunkt: Die Grundstücksbesitzer fürchteten, zu wenig Geld für ihr Land zu bekommen. Wie sich die Zeiten doch ändern. Heute rangieren Argumente aus dem Bereich Naturschutz und Verkehrserschließung ganz weit oben bei den Gegnern von Bauland bei Mariahof. Die Tarforster Flur von mehreren Hundert Menschen.
Fliegerbomben aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs werden in Trier und im Landkreis immer wieder gefunden. Meist eher zufällig bei Bauarbeiten wie vor einigen Monaten in Konz an der Bahnstrecke oder im Sommer 2016 in der Trierer Innenstadt. 6000 Menschen mussten damals ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Weniger Menschen waren von der Entschärfung eines Blindgängers im März 1994 in Trier-Kürenz betroffen. Trotzdem handelt es sich um eine bemerkenswerte Angelegenheit. Denn einerseits war die Bombe gefunden worden, weil aktiv nach ihr gesucht worden war. Andererseits war es ein besonders dickes Ding. 40 Zentner wog das Teil. Es dauerte 35 Minuten, bis fünf Angehörige des Kampfmittelräumdiensts die drei Zünder entfernt und den Sprengkörper unschädlich gemacht hatten.

Harald Jansen

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