Zustimmung mit "Bauchweh"

TRIER. Die Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land wird ihr Wasser die nächsten 20 Jahre vom Zweckverband Wasserwerk Kylltal beziehen. Die Abnahme von jährlich bis zu 2,1 Millionen Kubikmeter Trinkwasser soll vertraglich geregelt werden. Bisher lieferte das Kylltal-Werk, das hauptsächlich die Stadt Trier und die VG Schweich versorgt, 300 000 Kubikmeter nach Trier-Land.

"Bauchweh" hatten bis auf die CDU und die Freie Wählergruppe (FWG) zwar alle Fraktionen, als es im Verbandsgemeinderat Trier-Land um die künftige Wasserversorgung von rund 23 000 Bewohnern ging, letztlich stimmten jedoch alle Ratsmitglieder für eine Kooperation mit dem Zweckverband Wasserwerk Kylltal. Der Beschluss ist quasi ein Auftrag an die 13 Mitglieder der Verbandsgemeinde Trier-Land, die der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Wasserwerk Trier-Land angehören, in ihrem Gremium für eine Neuregelung zu stimmen. Diesem Zweckverband gehören noch die VG Speicher (drei Stimmen) und die VG Irrel (zwei) an, weil Orenhofen sowie Eisenach und Gilzem ebenfalls vom Wasserwerk Trier-Land bedient werden.Anlagen und Wasserrechte bleiben im VG-Eigentum

Durch den neuen Vertrag mit einer Laufzeit vom 1.1.2007 bis zum 1.1.2027 werde die VG Trier-Land rund 10 000 Euro jährlich einsparen, sagte Bürgermeister Wolfgang Reiland (CDU). Dies liege insbesondere in den größeren Förder- und Lagerkapazitäten des Kylltal-Wasserwerks, dessen Betriebsführung bei den Stadtwerken Trier liegt. Durch den eigenen, kleinen Tiefbehälter von nur 100 Kubikmeter (das Wasserwerk Kylltal verfügt über einen 10 000 Kubikmeter großen Sammler) habe man auch zu ungünstigen Stromzeiten pumpen müssen, so Reiland. Das habe die Energiekosten in die Höhe getrieben. Man habe jetzt vor der Frage gestanden, selbst in den Wasserbereich zu investieren oder nach anderen Wegen zu suchen. Die Kooperation mit dem Kylltal-Wasserwerk habe sich auch deswegen angeboten, weil die Wasserqualität die gleiche sei wie beim heimischen Wasserwerk. Die Brunnen im Gebiet Kordel/Ramstein befänden sich gleich in der Nachbarschaft der eigenen Quellen. Wie Reiland betonte, hat die Änderung keine Auswirkungen auf den Personalbereich; außerdem würden die Anlagen und die Wasserrechte im Eigentum von Trier-Land bleiben. Die Anlagen, so soll im Vertrag festgelegt werden, müssen nach Ende der Laufzeit im gleichen Zustand wie zu Vertragsbeginn an den Zweckverband Wasserwerk Trier-Land zurückgegeben werden. Der alte Vertrag zwischen den beiden Zweckverbänden aus dem Jahr 1987 ruht für die Laufzeit der Zweckvereinbarung und kann im Kündigungsfall sofort wieder in Kraft treten. "Es ist ein richtiger Schritt; für die Bürger ändert sich nichts", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Bohr. Mit Kooperationspartnern an der Sauer oder in der Eifel habe die VG Trier-Land bisher gute Erfahrungen gemacht. Auch Hermann Schmitt (FWG) erkannte: "Die Vorteile überwiegen." Skeptischer auf den anstehenden Wasservertrag reagierten die anderen Ratsfraktionen. "Verbandsgemeinde gibt Eigenständigkeit auf"

Für Irmgard Fürst (SPD) ist es wegen des günstigen Wasserpreises "vordergründig ein reizvoller Weg", allerdings gebe die VG damit auch Eigenständigkeit auf. Ihre Anregung, ein Sonderkündigungsrecht für den Fall einer Änderung der Eigentumsverhältnisse in den Vertrag aufzunehmen, will der Bürgermeister, der auch Vorsteher im Zweckverband Wasserwerk Trier-Land ist, umsetzen. Michael Holstein von der Freien Bürgerliste (FBL) sagte, seine Fraktion habe sich mit einer Zustimmung schwer getan. Man gehe eine enge Kooperation mit den Stadtwerken Trier ein, und keiner wisse, "wo dort die Reise hingeht". Er machte keinen Hehl daraus, dass er lieber mit den Eifel-VGn Speicher und Irrel ins Geschäft gekommen wäre. Holstein: "Wir geben Einfluss ab, und in 20 Jahren kann viel passieren." Mehr Mitbestimmung, auch bei der Sanierung der Anlagen, und einen Notfallplan ("Was wäre bei einem Flugzeugabsturz wie in Oberkail?") forderte Heide von Schütz (Grüne). Einer Beteiligung von Trier-Land am Zweckverband Kylltal erteilte der Bürgermeister eine Absage: "Dann müssten wir richtig Geld in die Hand nehmen."