Zwei Grundschulen zu viel?

Waldrach · Den Menschen in der Verbandsgemeinde Ruwer stehen spannende Diskussionen ins Haus. Ende Oktober will der Verbandsgemeinderat über die Zukunft der Grundschulen in der VG sprechen. Möglicherweise wird es künftiger weniger Schulen geben.

Waldrach. Neubau oder Sanierung - das ist in Osburg die Frage. Bernhard Busch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ruwer, legt sich bisher noch nicht fest, was mit der Grundschule in der Hochwaldgemeinde geschehen soll. Er rechnet mit Kosten in Höhe von "fünf Millionen Euro plus x" die investiert werden müssen, damit die Kinder in ansprechender Umgebung ihre Schullaufbahn beginnen können.Rat diskutiert Ende Oktober


Ende Oktober will der Bürgermeister mit den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats über die Zukunft des Standorts Osburg sprechen. Doch damit nicht genug. "Wir müssen uns generell mit dem Thema Grundschulen auseinandersetzen", sagt er. Bereits vor Jahren war es um die Frage gegangen, wo in Zukunft noch Unterricht stattfinden soll. Busch: "Damals haben wir uns darauf geeinigt, erst einmal abzuwarten und nachzudenken." Nun sei es an der Zeit, die Lage neu zu bewerten.
Insgesamt sechs Grundschulen gibt es in der VG. Nur über die in Waldrach muss nicht gesprochen werden, die gemeinsam mit der Realschule plus eine Einheit bildet und genügend Schüler für zwei Klassen pro Jahrgang hat.
Bei der Schule Kasel-Mertesdorf kann sich Busch vorstellen, Kinder aus Trier-Ruwer aufzunehmen. Ein entsprechendes Angebot haben die Ruwerer der Stadtverwaltung unterbreitet. Doch dieser Vorschlag trifft laut Bürgermeister nicht auf Gegenliebe. Bei den Schulstandorten Gusterath und Schöndorf muss nach Ansicht des Bürgermeisters etwas geschehen. Während Gusterath als Ganztagesschule sich steigender Beliebtheit erfreut und die Dreizügigkeit immer wieder ein Thema ist, reicht es im nahen Schöndorf nicht einmal für eigenständige Klassen pro Schuljahr (der TV berichtete). Bernhard Busch kann sich vorstellen, dass diese Schule schließt. "Wir wollen im ersten Schritt den Elternwillen abfragen", sagt er. Ihm ist bewusst, dass ein mögliches Ende der Schule für Protest sorgen wird. Niemand gebe freiwillig eine Schule auf.
Busch verweist zudem auf einen Beschluss, wonach den Gemeinden finanziell unter die Arme gegriffen werden soll, die eine Grundschule zurückerhalten. Das soll den Sitzgemeinden helfen, eine sinnvolle Anschlussnutzung für die leerstehenden Gebäude zu finden. Bewegung in der Schulfrage erwartet Busch auch deshalb, weil die geplante Erweiterung der Grundschule und der damit verbundene Neubau des Bürgerhauses Gusterath nun näherrückt. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid wird in Kürze erwartet, bis Ende 2016 könnte das Vorhaben umgesetzt werden. Im Rahmen der anstehenden Gespräche um die Schule in Osburg wird wohl auch der Standort Farschweiler zur Sprache kommen. "Es könnte am Ende herauskommen, dass auch dieser Standort auslaufen soll", sagt der Bürgermeister. Derzeit gibt es dort eine Klasse pro Jahrgang. Busch glaubt, dass die Schüler aus Farschweiler, Lorscheid und Herl in einer umgestalteten Osburger Schule Platz finden würden. "Das wird sicher eine emotional geführte Diskussion werden", sagt Busch. Wie für alle anderen Schulen dürfe nicht vergessen werden, dass die Zahl der Grundschüler immer weiter sinke.
Meinung

Kein einfacher Weg
Dieser Weg wird kein leichter sein. Trotzdem scheinen die Kommunalpolitiker in der Verbandsgemeinde Ruwer gewillt, die Grundschullandschaft in der Verbandsgemeinde auf den Prüfstand zu stellen. Dass etwas geschehen muss, dürfte angesichts der demografischen Entwicklung klar sein. Ob etwas geschieht, wird auch davon abhängen, wie weit die Politiker das Kirchturmdenken überwinden. Allein für den Willen, über die Standorte nachzudenken, gebührt den Ruwerern Respekt. In anderen Teilen des Landkreises ist man noch meilenweit von der Erkenntnis entfernt, dass auf Dauer das seit vielen Jahren bestehende Netz der Grundschulen angesichts sinkender Schülerzahlen vor allem jenseits der prosperierenden Regionen rund um Konz, Saarburg und Schweich zu dicht ist. h.jansen@volksfreund.deSchülerzahlen:

Extra

Schülerzahlen: Mindestens zehn Jungen und Mädchen sind nötig, damit eine eigene Klasse in der Grundschule gebildet werden kann. Wird die Zahl nicht erreicht, werden zwei Jahrgänge gemeinsam unterrichtet. Der Schulaufsicht bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion lagen kurz vor Schulbeginn folgende Zahlen bezüglich der Erstklässler vor, die sich teilweise inzwischen leicht verändert haben können: Farschweiler: 14 Gusterath: 49 Mertesdorf/Kasel: 23 Osburg: 40 Schöndorf: 7 Waldrach: 36 har