Zwei Kunstwerke für den guten Zweck

Trier · Mit "Spiegelung" und "Nach dem Winter" von Irmgard Weber präsentiert die Kulturstiftung zum neunten Mal hochwertige Reproduktionen zweier Werke eines regionalen Künstlers, zu erwerben für den guten Zweck. Für Hiltrud Zock war die traditionelle Vorstellung der Kulturaktien der erste öffentliche Termin nach der verlorenen OB-Wahl.

Hiltrud Zock (links) und Bärbel Schulte (rechts) präsentieren die neuen Kulturaktien; in der Mitte deren Gestalterin Irmgard Weber. TV-Foto: Frank Göbel

Trier. Die Präsentation einer neuen Kulturaktie ist ohne Hiltrud Zock undenkbar - schließlich hat die PR-Expertin das Konzept 2004 entwickelt. Und auch, wenn die Trauer über die überraschend und knapp verlorene OB-Wahl noch nicht ganz verdaut sein mag, habe Zock keine Lust, sich zu verstecken: "Warum auch, das Leben geht jetzt so weiter wie vorher", sagt sie im Stadtmuseum Simeonstift an der Seite der Hausherrin Bärbel Schulte.
Fast noch mehr als über die verlorene Wahl ärgere Zock sich aber über die teils hämischen Kommentare im Internet, die sie eine schlechte Verliererin schimpfen: Mit den Versuchen, die Rechtmäßigkeit der Wahl anzuzweifeln, habe sie überhaupt nichts zu tun. "Das schadet doch nur dem Amt", findet Zock. Sie bezeichnet ihren Konkurrenten Wolfram Leibe als vollkommen legitim gewählten OB - und ihren Ausflug in die Politik als definitiv beendet (der TV berichtete).
"Wenden wir uns jetzt also schöneren Dingen zu", fordert sie dazu auf, den eigentlichen Grund des Zusammenkommens zu würdigen: die Kulturaktie. Mag der Ruf der geradezu manischen Börsen seit der Finanzkrise auch gelitten haben: Dieses Wertpapier darf man jederzeit schamlos präsentieren, bereichert die Kulturaktie doch vor allem ästhetisch, während der finanzielle Vorteil ganz beim Schönen, Guten, Wahren liegt.
Der Erlös aus dem Verkauf der zwei Editionen mit einer Auflage von insgesamt 500 Stück kommt den Förderprojekten der Kulturstiftung Trier zugute, die kürzlich ihren zehnten Geburtstag feierte.
Die aktuelle Edition wurde gestaltet von Irmgard Weber, Ramboux-Preisträgerin wie die meisten der bisherigen Gestalter der Aktien. 250 Stück davon, die für je 100 Euro erhältlich sind, zeigen das abstrakte "Nach dem Winter", das mit mutigem Blau, Grün und Gelb den Frühling aus dem Schnee brechen lässt. Die für 50 Euro erhältliche Marge zeigt eine "Spiegelung im Palastgarten" - das Bild hat Weber extra für die Aktie gemalt. "Ich wollte zwar etwas Trierisches machen, aber kein typisches Trier-Motiv nutzen", erklärt Weber zum Acryl-Gemälde, das jeder Trierer verorten können sollte, auch ohne den Titel zu kennen: In vielen abgestuften Grüntönen konzentriert es sich auf die kopfüber stehende, endlos bewegte Reflexion einer der allegorischen Figuren am Wasserband.
Gefertigt wurden die Kulturaktien bei der Firma Repro-Team in einem aufwendigen Siebdruckverfahren auf Büttenpapier. Sie sind signiert und nummeriert. "Viele Käufer haben schon seit Jahren ihre Nummer reserviert", sagt Hiltrud Zock - und dass sie selbst immer die Nummer 13 nehme. Dass die Unglückszahl die OB-Wahl verhagelt hat, darf aber bezweifelt werden.
Informationen zu den zehn Verkaufsstellen sowie eine direkte Bestellmöglichkeit gibt es im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.kulturstiftung-trier.de" class="more" text="www.kulturstiftung-trier.de"%> sowie telefonisch unter 0651/712-1011.