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Zwei Polizeiinspektionen für Trier ab 2014

Zwei Polizeiinspektionen für Trier ab 2014

2014 soll der Umzug des Polizeipräsidiums ins Ex-Post-Gebäude am Hauptbahnhof abgeschlossen sein, meldet Polizeipräsident Lothar Schömann. In der Salvianstraße wird eine zweite Polizeiinspektion eingerichtet. Das bedeutet wahrscheinlich das Aus für eine Inspektion im Bahnhof Karthaus.

"Mit zwei rund um die Uhr besetzten Inspektionen am neuen Standort in der Kürenzer Straße und der Salvianstraße können wir schneller reagieren", sagt Schömann im Gespräch mit dem TV. 2014 soll die Doppel-Inspektion starten - neun Jahre nach dem Beginn der Standortdebatte.

Bis 2005 hatten die Ordnungshüter keine Probleme mit ihrem alten Präsidium in der Südallee, das mit einem Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro saniert worden war.

Dann begann eine Welle an Erkrankungen: 88 Polizisten zeigten Symptome verschiedener Härtegrade von Atembeschwerden bis zu Verätzungen der Atemwege. Der Grund ist trotz aller Untersuchungen und Gutachten bis heute ungeklärt. Die Polizei verließ die Südallee, das nur noch rudimentär genutzte Gebäude ist seitdem ein Muster ohne Wert.

2006 kommt die Post am Bahnhof ins Spiel



Im Lauf der nächsten Jahre wechselten die Pläne für einen neuen Standort so oft wie die Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Als das Postgelände im Bahnhofsviertel schließlich 2006 ins Spiel kam, war noch von einem Neubau gegenüber von St. Maximin die Rede - auf historisch wertvollem Terrain. Im Dezember 2008, nach einer fast dreijährigen planerischen Odyssee, fiel in Mainz die Entscheidung. Es gibt keinen teuren Neubau, die Polizei zieht in die bestehenden Gebäude auf dem Ex-Post-Gelände. 2014 sollen Umbau und Umzug endgültig abgeschlossen werden. 400 Beamte, deren Dienststellen momentan über die gesamte Stadt verstreut sind, ziehen ins neue Gebäude in die Kürenzer Straße, 100 gehen in die Salvianstraße. Der Umbau des Postgebäudes läuft, schon 2010 sollen die mit einer Schimmelbude in der Güterstraße geplagten Mitarbeiter der Kriminaldirektion einziehen.

Dennoch kracht es gewaltig zwischen Trier und Mainz. Der Landesrechnungshof hat die Planung des neuen Gebäudes hart kritisiert (der TV berichtete). Die unabhängigen Prüfer sprachen der Präsidiumsspitze die "notwendige Sachkenntnis für die Bedarfsplanung eines großen Bauvorhabens" ab. Der Katalog der Mängel ist lang: Trier habe unter anderem den Platzbedarf von mehr als 100 Räumen falsch berechnet.

Offiziell sagt Polizeipräsident Schömann dazu: "Wir waren überrascht und verwundert", intern habe er sich, so ein Mitarbeiter, enorm aufgeregt. "Der Rechnungshof war konstant an allen Planungen beteiligt und saß mit am Runden Tisch. Außerdem räumt er selbst ein, dass die meisten der monierten Punkte bereits geregelt sind." Schömanns Vermutung: "Der Prüfer trat seine Aufgabe in Trier mit einem hohen Belastungseifer an. Das dient nicht der Sache."

Regierungsdirektor Anton Geiger geht auf einen der Hauptkritikpunkte ein: "Wenn ein Sachbearbeiterbüro nach Landesrichtlinie Bau zwölf Quadratmeter umfasst, wir im Postgebäude aber Räume mit 14 Quadratmetern vorfinden, ist es Unsinn, daraus abzuleiten, wir hätten 100 Räume falsch berechnet." Trier bleibt dabei: Der Umzug läuft nach Plan.

Der Landesrechnungshof bleibt ebenfalls bei seiner Meinung. "Die Kritik der mangelnden Sachkompetenz ist angebracht", meldet Hartmut Herle, Koordinator des Jahresberichts. "Die Fakten sprechen für sich."

Meinung

Fehler im System

Es hat definitiv genug Umplanungen und Verschiebungen gegeben. 2014 muss das neue Präsidium stehen. Die Arbeitsbedingungen vieler Polizeibeamter sind seit Jahren eine Zumutung. Spitzenreiter ist die Kriminaldirektion, die logischerweise auch als erste Dienststelle ins neue Quartier umziehen soll. Der Ärger zwischen dem Landesrechnungshof und dem Polizeipräsidium unterstreicht einen klaren Fehler im System. Eine Behörde kann generell keine Expertin für die optimale Planung großvolumiger Bauvorhaben sein. Sie kann den Bedarf an Raum und Material ermitteln, aber sobald dieser feststeht, muss ein Profi-Planer übernehmen. Ob dieser Profi Repräsentant oder externen Dienstleister der Landesregierung ist, spielt dabei keine Rolle. Wenn diese Schnittstelle nicht optimiert wird, findet der Landesrechnungshof immer wieder offensichtlich vermeidbare Mängel. j.pistorius@volksfreund.de