Zwei Sommer ohne Südbad?

TRIER. Die Kritik an den städtischen Plänen für die Südbadsanierung nimmt zu: Auch die Grünen im Stadtrat fordern Alternativen für die Sanierung des Schwimmbads. Derweil ist im Nordbad am Samstag die Freibad-Saison eröffnet worden.

Bereits in der vergangenen Stadtratssitzung hatten die Grünen eine breitere Planungsgrundlage für die Sanierung des Südbades angemahnt. Jetzt will die Fraktion den Förderverein Südbad, der Alternativen zu den städtischen Plänen gefordert hatte, unterstützen. "Planungsalternativen müssen nicht unbedingt mit weiteren Kosten und großen Zeitverzögerungen verbunden sein", glaubt Fraktionssprecherin Uschi Britz. Schon die Kosten für die Generalsanierung - die laut Sportamt bei rund acht Millionen Euro liegen werden - erfordere die Prüfung von Alternativen. Denkbar sei die Suche nach Lösungsansätzen durch einen offenen Wettbewerb auf der Grundlage der bisher erstellten Gutachten. Dabei sollen Gutachter, Planer, ausführende Firmen und potenzielle Betreiber unter einem Dach zusammenkommen. "Wichtige Kriterien sind das regionale Potenzial und die interkommunale Absprache mit der Stadt Konz", betont Britz. "Auch die Einbindung von Vorschlägen, die aus der interessierten Bürgerschaft kommen, ist wichtig." Verringerung Wasserfläche notwendig?

Ob die angekündigte Verringerung der Wasserfläche um mehr als 20 Prozent durch so genannte Sonneninseln wirklich notwendig ist, zweifeln die Grünen an. Sie haben Sportdezernent Georg Bernarding aufgefordert, in der nächsten Dezernatsausschusssitzung die Berechnungsgrundlage für die "förderfähige Wasserfläche" offen zu legen. Laut Landesvorschriften können nur Bäder bezuschusst werden, wenn die Schwimmbäder einer Stadt höchstens 0,04 Quadratmeter Wasserfläche pro Einwohner bieten. Als Bezugsgröße wird im Gutachten für die Südbadsanierung von 95 000 Einwohnern ausgegangen. Der Förderverein Südbad hatte die Sanierungspläne der Stadt ebenfalls heftig kritisiert (der TV berichtete). Dabei ging es nicht nur um den Inhalt der Sanierungspläne, sondern auch darum, dass die Bürger - anders als versprochen - kaum in die Planungsphase eingebunden worden seien. "Die Nutzer des Bades müssen einbezogen werden! Wir fordern eine offene Diskussion im Rahmen einer Bürgerbeteiligung", teilte der Förderverin in einer Stellungnahme mit. In seiner April-Sitzung hatte der Stadtrat sich grundsätzlich mit dem Sanierungsvorschlag seitens des Sportamtes einverstanden erklärt und grünes Licht für die weitere Ausarbeitung der Pläne gegeben. "Ich bin offen für Vorschläge, aber wir müssen auch sehen, dass es vorangeht", sagt Sportdezernent Georg Bernarding. In der nächsten Dezernatsausschusssitzung am Mittwoch, 3. Mai, um 17 Uhr im Rathaus will er noch einmal die Frage stellen, ob tatsächlich alternative Pläne gewünscht werden. "Wenn alles gut läuft, könnte trotzdem bereits in der Stadtratssitzung im Juni ein Baubeschluss gefasst werden", gibt sich Bernarding optimistisch. Auch Oberbürgermeister Helmut Schröer glaubt an einen Baubeschluss noch vor den Sommerferien. Nach dem Baubeschluss erfolgt die Ausschreibung. "Wir haben großes Interesse daran, regionale Betriebe zu beschäftigen", betont Bernarding. Mit dem Bau begonnen werden könne theoretisch noch in diesem Jahr. In der März-Dezernatssitzung hatte Bernarding von einer "Mindestbauzeit von 18 bis 20 Monaten" gesprochen. Weil eine getrennte Sanierung von Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich nicht möglich sei, müsse das Bad während dieser Zeit geschlossen bleiben, bestätigte der Vertreter der saarländischen Consultingfirma SIG Schroll, die von den Stadtwerken mit der Sanierungsplanung beauftragt worden war. Beginnen die Bauarbeiten im Januar, würde eine 18-monatige Bauzeit bedeuten, dass das Freibad zwei Sommer lang geschlossen bleiben muss. Die diesjährige Badesaison scheint derweil gesichert: Statiker und Gesundheitsamt hätten keine Einwände gegen die Öffnung von Bad und Sprungturm gehabt, informierte Bernarding bei der jüngsten Ausschusssitzung. Voraussichtlicher Badebeginn je nach Witterung: Mitte bis Ende Mai. Im Nordbad hat die Saion am Samstag begonnen. Bereits um neun Uhr herrschte "ziemlich viel Betrieb", als die "Frühschwimmer" im wohltemperierten Nass ihre Bahnen zogen. Auch die jungen Freibad-Gäste hielten sich mehr im Wasser auf als auf der Liegewiese. Knapp 80 Dauerkarten seien verkauft, freute sich das Personal.